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17. Mai 2019
Blutdruck und Puls MessungUrsachen für niedrigen Blutdruck mit hohem Puls

„Niedriger Blutdruck hoher Puls“ ist eine nicht selten selbst erstellte Diagnose, die viele Menschen in Panik verfallen lässt. Oft sind die Ursachen für erhöhten Puls in Verbindung mit niedrigem Blutdruck harmlos und temporär. Doch halten der Zustand und die Symptome an, vor allem bei rasendem Pulsschlag und Ohnmachtsgefühl, sollte schnell gehandelt werden.

Blutdruck und Puls werden bei Routineuntersuchungen gemessen. Aber was bedeuten die Ergebnisse und welchen Einfluss haben diese auf die Gesundheit? Wann ist der Puls zu hoch und der Blutdruck zu niedrig?

Erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von niedrigem Blutdruck mit hohem Puls. Wann Sie dringend zum Arzt sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Definition Blutdruck Puls

Unter Blutdruck versteht man den Druck, der durch die Tätigkeit des Herzens in den arteriellen Gefäßen erzeugt wird. Der systolische Blutdruck wird während der Kompression des Herzens (das Blut wird in die Gefäße gepresst) gemessen. Der diastolische Druck entsteht bei der Erschlaffung des Herzens.

Bei der Messung mit einer Blutdruckmanschette wird immer an erster Stelle der systolische, an zweiter Stelle der diastolische Wert angezeigt. Die Messeinheit ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) .

Definition Puls normal erhöht

Die durch das Herz ausgelöste Druckwelle löst eine Ausdehnung und Kontraktion der Gefäßwände aus. Diese Welle kann durch Tasten an oberflächlichen Gefäßen gefühlt werden. Abhängig von dem Blugefäß wird der Arterienpuls, Venenpuls und Kapillarpuls unterschieden. Der arterielle Puls, der immer höher als der venöse Puls ist, gibt Auskunft über Herzfrequenz, Herzrhythmus, Blutvolumen und Blutdruck.

Abhängig vom körperlichen Aktivitätszustand wird eine Unterteilung in einen Ruhepuls, Trainingspuls und Maximalpuls getroffen. Der Arzt beurteilt die Pulsfrequenz (Pulsschläge / Minute), den Pulsrhythmus (regelmäßiges oder unregelmäßiges Aufeinanderfolgen der Schläge) und die Pulsqualität (hart, weich).

Grenzwerte für den Blutdruck

Im Idealfall beträgt der systolische zum diastolischen Wert unter 120 : 80. Ein normaler Wert besteht bei 121 – 129 : 81 – 84. Als grenzwertig gelten folgende Werte: 130 – 139 : 85 – 89. Bei einem Hypertonie Stadium I liegt der systolische Blutdruck bei 140 – 179, der diastolische bei 90 – 109. Bei einem Hypertoniestadium II werden bereits Werte von mehr als 180 : 110 gemessen.

Grenzwerte für den Puls

Bei einem gesunden Erwachsenen mit normalem Körpergewicht liegt der Ruhepuls zwischen 60 und 70 Schlägen in der Minute. Bei kleinen Kindern sind 100 Schläge pro Minute normal. Der Ruhepuls wird von vielen individuellen Faktoren, wie Körpergröße, Gewicht, Alter und körperlichem Trainingszustand bestimmt. Liegt ein guter Trainingszustand vor, schlägt das Herz im Ruhezustand langsamer, der Ruhepuls ist geringer.

Durch Belastungen steigt der Puls langsam an, da das Herz schneller schlägt, um das Gewebe besser mit Sauerstoff zu versorgen. Auch Krankheiten und psychische Belastungen können den Pulsschlag beschleunigen. Als Pulsobergrenze bei Belastungen oder körperlichen Aktivitäten gelten 220 Herzschläge abzüglich des Lebensalters.

Diese Bedeutung haben Blutdruck und Puls für die Gesundheit

Ist der Blutdruck auf Dauer erhöht, steigt das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Schlagen Herzkammern und Vorhöfe nicht im gleichen Rhythmus und ist die Herzfrequenz dauerhaft stark erhöht auf über 150 Schläge pro Minute, droht ein Herzstillstand. Durchschnittlich stirbt jeder zweite Mensch an Herz- Kreislauferkrankungen. Männer über 60 Jahren sind häufiger betroffen. Bei Hypotonie (dauerhaft zu niedriger Blutdruck) treten Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit auf.

Das bedeutet ein hoher Puls bei normalem Blutdruck

Bei einigen Menschen tritt ein hoher Puls ohne Erhöhung des Blutdrucks auf. Obwohl noch keine Anzeichen für Herz- Kreislauferkrankungen, wie Arteriosklerose, vorliegen, erhöht sich das Sterberisiko bei einem Ruhepuls über 70 Schläge / Minute um 60 % (Custodis, Universitätsklinikum Saarland). Zu rascher Herzschlag und hoher Puls kann durch Stress oder Erkrankungen verursacht werden. Ursächlich sind häufig Störungen in der Erregungsleitung des Herzens, die zu einem Flimmern der Vorhöfe oder Herzkammern führen.

Herzrasen durch Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Das Herz kann seiner Aufgabe, Blut in die Gefäße zu pumpen, nicht mehr nachkommen. Genetisch kann Herzrasen beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom (es besteht eine zusätzliche Impulsleitung zwischen Vorhöfen und Kammern) auftreten. Auch Schilddrüsenüberfunktion, Schockzustände oder Vergiftungen mit Nikotin und Koffein können einen stark erhöhten Puls verursachen. Verstärktes Herzklopfen wird deutlich wahrgenommen.

Ohnmacht und Kreislaufkollaps

Gleichzeitig können Engegefühle im Bereich des Brustkorbs auftreten. Ist der Puls stark erhöht, treten Ohnmachtsanfälle auf. Der Zusammenbruch des Kreislaufs droht. Die medikamentöse Behandlung wird mit Betablockern und Antiarrhythmika durchgeführt. Spricht der Patient nicht auf die Medikamente an, kann ein Herzkatheter gelegt werden. Wird der erhöhte Puls durch psychische Störungen verursacht, verlangsamen Benzodiazepine den Herzschlag.

Liegen keine organischen Ursachen vor, kann der erhöhte Herzschlag durch körperliche Manipulationen gesenkt werden. Durch Massage des Karotissinusnervs am Hals sinkt der Puls schnell ab. Auch bewusste Ein- und Ausatmung ist in der Lage, einen zu schnellen Puls positiv zu beeinflussen. Vermeidung von Stress, Koffein und Zigaretten beugt erhöhtem Herzschlag vor.

Das bedeutet hoher Puls bei niedrigem Blutdruck

Um eine Hypotonie abzuklären, sollte nicht nur ein Wert bestimmt werden. Am besten ist für die Diagnose eine 24 Stunden Blutdruckmessung bei gleichzeitiger mehrmaliger Bestimmung des Ruhepulses geeignet. Bei niedrigem Blutdruck liegen die Werte unter 100 : 60 mmHg. Der Organismus reagiert auf einen erniedrigten Blutdruck mit schnelleren Herzschlägen, um das Gewebe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Der Puls steigt.

Schwindelgefühl und Ohrenrauschen als Symptome

Bei starker körperlicher Belastung können bei diesem Zustand Schwindelgefühle und Ohrenrauschen auftreten, da das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Da Hände und Beine zu wenig durchblutet werden, fühlen sie sich kühl an. Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen und Atemnot treten auf. Sinkt der Blutdruck bei schwangeren Frauen stark ab, ist die Versorgung des Uterus mit Blut nicht mehr ausreichend gegeben.

Zu niedriger Blutdruck erhöht den Puls

Bei niedrigem Blutdruck liegen die Werte unter 100 – 110 mmHg. Die Hypotonie ist in den meisten Ländern nicht als selbstständige Erkrankung anerkannt. Der niedrige Blutdruck ist häufig die Folge einer Herzmuskelschwäche, oder einer Embolie der Lungenarterie. Zusätzlich können Blutverluste oder Flüssigkeitsmangel eine Hypotonie mit hohem Puls verursachen. Liegt eine generelle Schwäche der Venen vor, kann das Blut nur ungenügend zum Herzen zurücktransportiert werden. Durch den Flüssigkeitsmangel tritt ein Kollaps auf.

Hypotonie durch Schilddrüsenunterfunktion

Eine Hypotonie kann durch Schilddrüsenunterfunktion oder eine Erkrankung der Nebennieren ausgelöst werden. Liegt keine organische Grunderkrankung vor, ist eine Therapie mit Medikamenten meistens nicht notwendig. Bei starken körperlichen Beschwerden können Sympathomimetika eingesetzt werden. Bewegung, ausreichendes Trinken und Wechselduschen helfen, körperliche Beschwerden zu lindern.

Das bedeutet hoher Puls bei hohem Blutdruck

Ein hoher Puls verbunden mit hohem Blutdruck kann in Stressituationen auftreten. Wird dauerhaft ein Herzschlag von über 120 Schlägen pro Minute gemessen, muss die Ursache rasch abgeklärt werden, um einen plötzlichen Herzstillstand zu vermeiden. Bei den plötzlich beginnenden Anfällen treten Schwindelgefühle, Druck in der Brust und Übelkeit auf.

Schilddrüsenüberfunktion oder Erregungsleitungsstörungen im Herzen können zu erhöhtem Puls und Blutdruck führen. Erkrankungen der Gefäße durch Ablagerungen von Eiweißstoffen oder Fibrinogen (Thromben) sind ebenfalls Ursachen für erhöhten Puls und Blutdruck. Eine Therapie erfolgt mit Betablockern und Arrhythmika. In einigen Fällen ist ein Herzkatheter erforderlich.

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