Lebensmittelvergiftung: Symptome Dauer Verlauf mit 5 Tipps und Hausmittel

8. Juli 2019
LebensmittelvergiftungDie Symptome der Lebensmittelvergiftung werden durch Bakterien oder Keime und deren toxischen Ausscheidungen verursacht

Die Lebensmittelvergiftung wird durch den Verzehr verunreinigter oder verdorbener Lebensmittel hervorgerufen und zeigt sich über Symptome ähnlich wie bei einer Magen-Darm-Grippe. Die ersten Anzeichen und Symptome einer Lebensmittelvergiftung zeigen sich in Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfall und Fieber.

Unterschiede gibt es in Dauer und Verlauf einer Lebensmittelvergiftung beziehungsweise einer Lebensmittelintoxikation und Lebensmittelinfektion. Meist liegt die Ursache in schädlichen Bakterien oder den toxischen Stoffwechselprodukten der Keime. Besondere Vorsicht ist bei Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch und Milchprodukten geboten.

Erfahren Sie hier, bei welchen Anzeichen und Symptomen eine ärztliche Behandlung nötig oder Hausmittel helfen. Was bei Schwangerschaft und beim Stillen zu tun ist.

Welche Formen der Lebensmittelvergiftung gibt es?

Ausgewogene Nahrungsmittel, die reich an Vitaminen und anderen Nährstoffen sind, sollen den Körper gesund und vital erhalten. Trotzdem kann es vorkommen, dass nach dem Verzehr von Lebensmitteln Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfall, Fieber und andere Symptome auftreten. Meistens liegt diesen Krankheitserscheinungen eine Lebensmittelvergiftung zugrunde.

Bei der Lebensmittelvergiftung unterscheidet man zwischen der Lebensmittelintoxikation und der Lebensmittelinfektion.

Lebensmittelintoxikation

Die Lebensmittelvergiftung wird nicht direkt durch in Nahrungsmittel enthaltene Bakterien verursacht, sondern durch Toxine (giftige Stoffwechselprodukte), die von den Keimen gebildet werden. Ein Erhitzen der Nahrungsmittel tötet meist nur die Keime ab. Die Toxine bleiben weiter in der Speise enthalten und entfalten ihre schädliche Wirkung.

Je nach Art und Menge der toxischen Stoffe führen diese eine leichte bis schwere Lebensmittelvergiftung herbei, die von unterschiedlicher Dauer ist.

Lebensmittelinfektion

Bei der Lebensmittelinfektion sind pathogene (krankheitserregende) Bakterien und Keime, die in einem Lebensmittel enthalten sind, direkt verantwortlich für die Vergiftung und den damit einhergehenden Symptomen. Die Grenze zwischen Lebensmittelintoxikationen und Lebensmittelinfektionen ist oft nicht genau zu definieren.

Lebensmittelvergiftungen können durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Hier einige Beispiele:

  • Bakterien – Staphylokokken, Enterokokken, Salmonellen
  • Toxine, die von Bakterien gebildet werden
  • Pilztoxine
  • Toxine von Pflanzen, wie Solanin oder Atropin
  • Toxine aus Fischen und Meeresfrüchten
  • Metalle
  • Viren

Welche Symptome treten bei einer Lebensmittelvergiftung auf?

Die Symptome können sofort nach dem Verzehr des Lebensmittels oder bis zu 48 Stunden danach auftreten. Die Inkubationszeit hängt von der Art und der Menge der eingenommenen Keime ab.

Lebensmittelvergiftung Symptome Dauer

Keime und Bakterien verursachen Lebensmittelvergiftung mit unterschiedlichen Symptomen und Dauer

Meistens werden Erkrankungen des Magen- Darmtraktes ausgelöst. Übelkeit und Erbrechen sind die ersten Anzeichen für eine Lebensmittelvergiftung.

Der Bauch ist durch die verstärkte Bildung von Darmgasen aufgebläht. Dadurch sind laute Darmgeräusche hörbar. Der Kot ist dünnflüssig bis wässrig und kann Beimengungen von Schleim und Blut enthalten. Durch die verstärkten Kontraktionen des Darmtraktes werden krampfartige Bauchschmerzen verursacht.

Fieber und Durchfall sind Symptome einer Lebensmittelvergiftung

Bei einigen Lebensmittelvergiftungen, zum Beispiel bei einer Infektion mit Salmonellen oder Yersinien, reagiert der Körper mit hohem Fieber über 40 Grad Celsius. Die Toxine der Staphylokokken verursachen neben starken Durchfällen eine Herz- Kreislaufschwäche.

Durch die über mehrere Stunden andauernden Durchfälle verliert der Körper viel Flüssigkeit. Eine Dehydration (Austrocknung) droht. Schwindel und Halluzinationen treten auf.

So lange dauern die Symptome einer Lebensmittelinfektion an

Lebensmittelvergiftungen heilen oft bei entsprechender Behandlung innerhalb weniger Tage ab. Sind jedoch andere Organe betroffen, kann dies schwere Folgen haben. Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen verursachen eine Schädigung des Lebergewebes, der Tod tritt durch Leberversagen ein.

Ist ein Lebensmittel mit Viren verunreinigt, kann eine Hepatitis A mit lebenslangen Folgen für die Gesundheit entstehen.

Welche Komplikationen können die Symptome einer Lebensmittelvergiftungen hervorrufen?

Lebensmittelvergiftungen verlaufen bei Kleinkindern, Personen mit einem geschwächten Immunsystem und Senioren besonders schwer. Der starke Flüssigkeitsverlust kann ohne intensive Behandlung einen lebensbedrohlichen Zustand verursachen.

Wird die Lebensmittelvergiftung durch Bakterien ausgelöst, können diese bei mangelnder Hygiene auch auf andere Menschen übertragen werden. Lebensmittelintoxikationen sind dagegen nicht ansteckend.

Dauer und Verlauf der Lebensmittelvergiftung

Je nach Art der Keime und Bakterien zeigen sich unterschiedliche Symptome und Verlaufsformen. Vor allem die Dauer der Lebensmittelvergiftung unterscheidet sich. Hier einige Beispiele von Erregern mit Inkubationszeit, Symptome, Dauer und Verlauf:

Infektion mit Salmonellen ist ansteckend

Die Bakterien verursachen nach 6 bis 72 Stunden fieberhafte Durchfälle, Erbrechen, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen. Die Infektion wird vor allem durch Geflügelfleisch oder nur mangelhaft erhitzte Eier ausgelöst.

Durch eine schlechte Küchenhygiene werden die Bakterien auch auf anderes Fleisch, Salate, Gemüse, Milchprodukte und Eis übertragen. Die Keime können nicht durch Einfrieren, sondern nur durch Erhitzen auf 75 Grad Celsius abgetötet werden. Infektionen mit Salmonellen sind ansteckend. 

Die Dauer dieser Lebensmittelvergiftung beträgt in der Regel wenige Stunden bis wenige Tage.

Escherichia coli schädigen auf Dauer die Nieren

Der Erreger wird durch Verunreinigung mit Kot auf Wasser und Lebensmittel übertragen. Nach 24 Stunden treten fieberhafte, blutige Durchfälle und Erbrechen auf. Die Inkubationszeit kann bis zu 72 Stunden betragen.

Handelt es sich um einen toxinbildenden Bakterienstamm, können durch Verotoxin innere Organe geschädigt werden. Die Infektion kann durch eine irreversible Schädigung der Nieren tödlich verlaufen.

Die Dauer dieser Infektion beträgt in der Regel zwei bis acht Tage.

Muskelschmerzen sind Symptome einer Campylobacter Infektion

Die Infektion mit dem Bakterium Campylobacer wird durch Rohmilch, schlecht gegartes Hühnerfleisch und Speiseeis übertragen. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 7 Tagen treten fieberhafte Durchfälle, Erbrechen und Muskelschmerzen auf. Das Abklingen der Symptome und die Heilung dauern 2 bis 11 Tage.

 Listeriose durch Listerien schädlich bei Schwangerschaft

Listerien werden durch Rohmilch, Käse, Fisch und Wurst übertragen. Die Bakterien verursachen nach 3 bis 70 Tagen Erbrechen, Durchfälle, Kopfschmerzen und Fieber. Verbreiten sich die Bakterien über die Blutbahn, können sie die Hirnschranke überwinden und eine Meningoencephalitis beziehungsweise Blutvergiftung auslösen.

Bei Schwangeren verursachen die Keime in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft Frühgeburten durch eine Verknöcherung der Hirnhäute des Fötus.

Clostridium botulinum führt zu Lähmung und Tod

Der Erreger bildet Sporen, die erst bei Temperaturen über 100 Grad Celsius abgetötet werden, und ein Neurotoxin. Neurotoxine sind Nervengifte.

Die Übertragung erfolgt durch Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt wurden. Der Hauptüberträger sind Wasservögel. Das Neurotoxin verursacht innerhalb weniger Stunden Lähmungen. Ohne Behandlung mit einem Antitoxin tritt der Tod durch Atemlähmung ein.

Auch Yersinien und Shigellen können Lebensmittelvergiftungen verursachen, die aber milder verlaufen. Diese können mit einfachen Hausmitteln selbst behandelt werden

Lebensmittelvergiftung was tun? Wann und welche Behandlung?

Als erstes Symptom tritt eine starke Übelkeit auf. Eine Therapie muss spätestens bei blutigen Durchfällen und Erbrechen erfolgen. Bei diesen Anzeichen ist eine ärztliche Behandlung dringend zu empfehlen. Der Nachweis der Lebensmittelvergiftung erfolgt über Blut- und Kotuntersuchungen.

Hausmittel gegen Lebensmittelvergiftung

Als erstes muss der hohe Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Dies kann durch Trinken von Elektrolytlösungen oder Wasser erfolgen. Sprudelndes Mineralwasser ist nicht geeignet, da die enthaltene Kohlensäure die Darmschleimhaut zusätzlich reizt.

Eine Morosche Karottensuppe trägt zur Beruhigung des Magen- Darmtraktes bei und stellt ein geeignetes Hausmittel bei einer Lebensmittelvergiftung dar.

Für die Zubereitung der Suppe werden Karotten mit einem Teelöffel Salz und Wasser mindestens zwei Stunden gekocht. Das während des Kochvorgangs gebildete Zuckermolekül dockt an die Rezeptoren der Darmwand an und verhindert die Aufnahme weiterer Giftstoffe.

Kümmel- und Fencheltee sind gute Hausmittel

Zusätzlich können Hausmittel, wie schwarzer Tee, Kümmel- oder Fencheltee getrunken werden. Schwarzer Tee enthält Tannine (Gerbstoffe), die die Entzündung der Schleimhaut des Verdauungstraktes mildern. Kümmel- und Fencheltee beseitigen Darmgase und lösen Bauchkrämpfe.

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Schonkost statt Medikamente

Erbrechen und Durchfall sollten nicht mit Medikamenten verhindert werden, da sich der Körper über diese Funktionen von den Giftstoffen befreit. Durch Schonkost, wie Zwieback, Banane, Reis und Suppe werden die Symptome verringert. Fruchtsäfte, Milchprodukte, fettes Essen, Alkohol und Kaffee sollten in den ersten Tagen gemieden werden.

Was tun? Wann Behandlung durch Arzt sinnvoll ist

Erfolgt keine Besserung der Symptome und treten blutiger Durchfall oder Fieber auf, muss auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Dieser gleicht den Flüssigkeitshaushalt des Körpers durch Infusionen aus. Gegen bestimmte Bakterien werden zusätzlich Antibiotika eingesetzt.

Bei einer Lebensmittelvergiftung durch Staphylokokken muss der Kreislauf stabilisiert werden. Personen, die zu einer Risikogruppe (Schwangere, Senioren, Kinder) gehören, sollten sich immer sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Lebensmittelvergiftungen während der Schwangerschaft oder der Stillzeit

Über die Nabelschnur gelangen die Toxine und Bakterien auch in den Körper des ungeborenen Kindes. Es ist daher immer sofort eine Untersuchung durch einen Arzt notwendig, um den Gesundheitszustand des Fötus zu überprüfen.

Die Erreger werden auch über die Muttermilch weitergegeben. Da das Immunsystem des Babys noch nicht vollständig ausgeprägt ist, sollte bei einer Lebensmittelinfektion auf das Stillen verzichtet werden.

Lebensmittelvergiftung vorbeugen

Arbeitsflächen, Messer und Geschirr sollten immer gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden. Für die Reinigung dürfen keine Schwämme oder Schwammtücher verwendet werden, da sich in diesen die Bakterien vermehren können. Am besten werden Einmaltücher für die Reinigung benutzt.

Für Geflügelfleisch sollten nie dieselben Messer und Schneidebretter benutzt werden, wie für Salat, Gemüse und anderes Fleisch, um eine Kreuzkontamination zu vermeiden.

Unterschiedliche Lebensmittel sollten im Kühlschrank nicht direkt in Kontakt kommen, eventuell können diese verpackt oder in geschlossenen Behältern aufbewahrt werden.

Die Kühlschranktemperatur sollte regelmäßig kontrolliert werden. Erhitzte Lebensmittel, die aufbewahrt werden sollen, müssen rasch abgekühlt werden, um ein Wachstum der Bakterien zu vermeiden. Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden.

Fleisch nie roh essen, sondern immer vollständig durchgaren. Obst und Gemüse immer gründlich waschen.

  1. Küchenhygiene
  2. Lebensmittel immer kühl aufbewahren und nicht der Sonne aussetzen.
  3. Reinigung der Hände nach der Toilette.
  4. Haustiere aus hygienischen Gründen nicht während des Kochens in die Küche lassen.
  5. Um eine Lebensmittelvergiftung auf einer Reise zu vermeiden, sollten Obst und Gemüse immer gewaschen und geschält werden. Am besten ist es, nur erhitzte Speisen zu verzehren. Als Prophylaxe können Impfungen gegen toxinbildende Escherichia coli und Hepatitis A Erreger verabreicht werden.

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