Muskelverhärtungen lösen > Was tun bei chronischer Myogelose?

20. Juli 2019
Muskelverhärtung MyogeloseMuskelverhärtung an der Wade lösen mit Salbe oder Spritze

Die Muskeln schmerzen nach starker körperlicher Betätigung und fühlen sich verspannt und hart an. Das sportliche Training kann nicht mehr zu Ende geführt werden. Ob Wade, Oberschenkel, Rücken, Schulter oder Nacken – der Muskel „macht zu“! Liegt ein Muskelkater vor, oder handelt es sich um eine schmerzhafte Muskelverhärtung?

Welche Symptome deuten auf eine Verhärtung der Muskel hin? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es neben der Salbe und Spritze? Was bei akuten und chronischen Muskelverspannungen zu tun ist und wie sich eine Muskelverhärtung lösen läßt erfahren Sie hier.

Was ist eine Muskelverhärtung (Myogelose)?

Eine Muskelverhärtung (Myogelose) entsteht durch eine dauerhafte, lokale Anspannung eines Muskels. Die angespannten Muskelfasern komprimieren die kleinen Blutgefäße, die Durchblutung ( siehe auch kalte Hände und Füße ) nimmt ab. Schadstoffe können nur langsam abtransportiert werden, die Versorgung mit Sauerstoff reicht nicht mehr aus.

Eine Entzündung entsteht. Die einzelnen Muskelfasern spannen sich noch mehr an. Beide Vorgänge, Muskelanspannung und Entzündung, verstärken sich gegenseitig.

Unterschied zwischen Muskelverhärtung und Muskelkater oder Muskelzerrung

Ein Muskelkater entsteht ebenfalls durch eine übermäßige Belastung der Muskulatur. In den Z-Scheiben des Muskelfibrillen (Faserhüllen) entstehen kleine Risse. Durch Entzündungen wird Flüssigkeit in das Gewebe eingelagert, der Muskel schwillt an.

Da sich in den Muskelfasern keine Schmerzrezeptoren befinden, tritt Schmerz erst nach 12 bis 24 Stunden auf, wenn die Entzündungsprodukte mit den Nervenendigungen außerhalb des Muskels in Kontakt kommen.

Bei einer Muskelzerrung wird der Muskel durch plötzliche Bewegungen stark überdehnt. Kleine Einrisse der Muskelfasern treten nicht auf. Es entsteht ein krampfartiger Schmerz. Die Funktion des Muskels ist nicht eingeschränkt.

Eine schmerzhafte Verhärtung bei einer Myogelose tritt im Vergleich zum Muskelkater sofort auf. Die Bewegung muss sofort unterbrochen werden.

Formen der Muskelverhärtung

  •  ermüdungsbedingte Muskelverhärtung

Die Myogelose entsteht durch eine Überbelastung von Muskelteilen. Durch die Verspannung einzelner Muskelfasern entsteht eine Entzündung. Der Muskel fühlt sich hart und geschwollen an.

  • neurogene Muskelverhärtung

Durch eine Erkrankung der Wirbelsäule wird der Muskel von den motorischen Nerven nicht vollständig versorgt. Abhängig von der Lokalisation der funktionellen Störung der Wirbelsäule ( siehe auch Osteopathie bei Bandscheibenvorfall ) sind die oberen oder unteren Gliedmaßen betroffen.

Ursachen für eine Muskelverhärtung

• Zu starke Beanspruchung der Muskeln
• Fehlhaltungen beim Tragen schwerer Gegenstände
• Anspannung durch Stress
• Muskelentzündung
• Überbelastung der Wirbelsäule durch schlechte Schlafhaltungen
• Bandscheibenvorfälle
• Schiefstand des Beckens
• Schädigung der Nerven
• Mangel an Nährstoffen

Symptome einer Muskelverhärtung

Durch die Einlagerung von Flüssigkeit ist der Bereich der Muskelverhärtung geschwollen. Die Muskeln verspannen sich, ein harter Knoten ist tastbar. Es treten sofort ziehende bis stechende Schmerzen auf.

Bei der neurogenen Myogelose sind die Schmerzen nur während der Bewegung wahrnehmbar, im Ruhezustand verschwinden diese. Die entstandenen Knoten oder strangartigen Verdickungen reagieren empfindlich auf Druck.

Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme können auftreten. Die Haut erscheint wegen der verringerten Durchblutung blass. Die verhärteten Muskeln verursachen Bewegungsstörungen.

Welche Muskeln sind von Verhärtungen am meisten betroffen?

Die häufigsten Muskelverspannungen treten im Bereich der Wade, des Oberschenkels, Des unteren und oberen Rückens sowie am Nacken und der Schulter auf.

Die Ursachen und Symptome der Myogelose in diesen Bereichen kann variieren. Deshalb sollte die Behandlung der Muskelverhärtung je nach betroffenem Muskel angepasst werden.

Myogelose in Wade und Oberschenkel

Die Waden und Oberschenkel werden besonders stark beansprucht. Durch Aufwärmen vor dem Sport können plötzliche Belastungen der Muskulatur vermieden werden. Dehnungsübungen und Abreibungen mit kaltem Wasser fördern die Durchblutung.

Durch Trinken von magnesiumhaltigem Wasser wird die Funktion der Nerven unterstützt, Muskelkrämpfe und Verhärtungen treten nicht auf.

Myogelose im Rückenbereich

Muskelverhärtungen am unteren oder oberen Rücken treten vor allem durch langes Sitzen, mangelnde Bewegung und Fehlhaltungen auf. Spaziergänge in den Arbeitspausen und Kräftigung der Rückenmuskulatur helfen, Verhärtungen zu vermeiden.

Myogelose am Nacken und Schultern

Muskelverspannung

Ursache für Muskelverspannungen an Schulter und Nacken sind oft Fehlhaltungen

Ursache für Muskelverhärtungen am Nacken oder den Schultern ist meist eine einseitige und falsche Körperhaltung zum Beispiel am Arbeitsplatz. Durch die tägliche Arbeit im Büro am PC können Verspannungen durch Fehlhaltungen schnell chronisch werden.

Eine chronische Myogelose bedarf dann einer konsequenteren Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden. Oft werden die Symptome durch Zugluft verstärkt. Das kann zu migräneartige Kopfschmerzen führen. Werden die Nerven an der HWS zu stark belastet, kann das auch zu Schwindel am Morgen führen, siehe Schwindel durch HWS Syndrom.

Um eine Muskelverhärtung im Nacken oder an der Schulter vorzubeugen, sollte eine gesunde Körperhaltung während der Arbeit erlernt werden.

Wie lange dauert eine Muskelverhärtung?

Akute Myogelosen lösen sich nach mehreren Tagen. Um einen Rückfall zu vermeiden, sollten in den folgenden Tagen nur schonende Bewegungen durchgeführt werden.

Chronische Myogelosen halten über mehrere Jahre an. Sie treten immer wieder auf. Von der chronischen Muskelverhärtung sind vor allem Bereiche von Kopf, Nacken und Schultern betroffen.

Muskelverhärtungen lösen – Was tun gegen verhärtete Muskeln?

Damit die Muskelverhärtung nicht immer wieder auftritt, müssen die Ursachen bestimmt werden. Diese sollten zukünftig, so weit wie möglich, vermieden werden. Die bestehenden Muskelverhärtungen können durch verschiedene Therapien gelöst werden.

Das Behandlungsziel besteht in einer Auflösung der Verhärtung und einer Wiederherstellung der Beweglichkeit.
Wird die Myogelose nicht behandelt, kann als Komplikation eine dauerhafte Fehlhaltung des Körpers oder ein Musklefaserriss entstehen.

Wärmetherapie gegen Muskelverhärtung

Warme Bäder mit ätherischen Ölen, Wärmepflaster oder Bestrahlungen mit Infrarotlampen fördern die Durchblutung und den Abtransport der Schadstoffe. Bestrahlungen mit einem Infrarotlaser erwärmen das verhärtete Gewebe. Durch die verbesserte Versorgung des Muskels mit Sauerstoff und Nährstoffen wird die Entzündung gemildert.

Ätherische Öle, wie Lavendel, Rosmarin, Rosenöl oder Murmeltieröl tragen zur Entspannung der Muskulatur bei. Durch die gleichzeitig erfolgende Aromatherapie wird Stress abgebaut, Verspannungen lösen sich auf. Bäder mit Meersalz steigern ebenfalls die Durchblutung und helfen, Entzündungen zu bekämpfen.

Massagen helfen Muskelverhärtungen zu lösen

Durch Heilmassagen werden angespannte Muskeln gelockert und Knoten aufgelöst. Die Durchblutung nimmt zu und die Schmerzen nehmen ab.

Muskelverspannung mit Akupunktur behandeln

Durch Stechen von Akupunkturnadeln in Triggerpunkte der Muskulatur wird der Abtransport von Schadstoffen gefördert. Zusätzlich wird der Energiefluß positiv beeinflußt. Die Schwellungen gehen zurück, was zu einer Linderung der Schmerzen führt.

Salben gegen Muskelverhärtungen

Durch Einreibungen mit Kampfer, Franzbranntwein und durchblutungsfördernden Salben wird die Entzündung des Muskelgewebes verringert, die Verspannungen lösen sich auf.

Um Muskelverhärtungen zu lösen eignen sich wärmende und durchblutungsfördernde Salben besonders gut. Salben sind ein bewährtes Hausmittel gegen Muskelkater, Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen. Hier erfahren Sie, wie Sie Heilsalben selbst herstellen können.

Medikamente

Bei Bedarf und starken Schmerzen können von einem Arzt Schmerzmittel und Muskelrelaxantien verordnet werden. Rezeptpflichtige Salben mit Ibuprofen tragen ebenfalls zu einer Linderung der Entzündung bei.

Physiotherapie

Neben Massagen können auch sanfte Bewegungen im Rahmen einer Physiotherapie helfen, Verspannungen und Fehlhaltungen zu beseitigen. Dehnungsübungen und Stretchen entspannen die betroffenen Muskeln. Durch eine Faszientherapie werden Durchblutung und Stoffwechsel der Muskeln gesteigert.

Elektrostimulation

Tens Geräte regen über eine elektrische Stimulierung der Muskeln die Durchblutung an und helfen, Verspannungen zu lösen. Ein stärkere Wirkung kann mit einer Hochtontherapie erzielt werden. Bei dieser hochfrequenten Stimulation der Muskulatur werden Wechselfelder mit Frequenzen zwischen 4 und 30 Kilohertz eingesetzt. Der Stoffwechsel der Muskulatur wird angeregt, Schmerzen klingen schneller ab.

Tapen

Ein Kinesio Tape ist ein elastisches Pflaster aus Stoff, das die Muskeln stabilisiert, ohne deren Beweglichkeit zu vermindern. Haut und Gewebe verschieben sich bei Bewegungen gegeneinander. Dieser Reiz hat direkten Einfluss auf den Muskeltonus. Die Durchblutung wird verbessert, die Schmerzempfindung verringert. Die Methode kann an allen Körperbereichen angewendet werden.

Magnesium

Magnesium mit reichlich Flüssigkeit eingenommen, entspannt die Muskelfasern und fördert den Abtransport von Schadstoffen. Krämpfe lösen sich auf.

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