Buchweizen gesund und glutenfrei – Pseudogetreide mit vielen Nährwerten und wenig Kalorien

17. Juni 2019
Buchweizen PflanzeDie Pflanze des echten Buchweizen als Pseudogetreide

Der echte Buchweizen ( Fagopyrum esculentum ) auch gemeiner Buchweizen genannt, ist eine der ältesten Nutzpflanzen, die sich über Asien nach Europa verbreitet hat. Das Heidekorn oder türkischer Weizen ist ein Pseudogetreide und wurde viele Jahrhunderte lang als Grundnahrungsmittel genutzt.

Die genügsame Pflanze stellt sehr wenig Ansprüche an das Klima und den Boden. Die größten Anbauflächen befinden sich in China, Russland und der Ukraine. Der sichtbare Unterschied zwischen diesen Sorten besteht in der Blattfärbung: rote Blätter beim wild wachsenden, unechten Buchweizen und grüne Blätter beim echten Buchweizen.

Buchweizen – Pseudogetreide und echtes Getreide?

Mit der Entwicklung des Kunstdüngers und der größeren Verbreitung des Kartoffelanbaus, wurde Buchweizen immer mehr zurückgedrängt. Heute wird der echte Buchweizen aufgrund seiner besonderen und gesunden Inhaltsstoffe und heilenden Wirkung wieder häufiger verwendet.

Buchweizen gehört zu den Knöterichgewächsen. Er ist mit dem Rhabarber und Sauerampfer eng verwandt. Bei der Körner tragenden Pflanze handelt es sich um kein echtes Getreide. Deswegen die Bezeichnung Pseudogetreide.

Buchweizen – glutenfrei und viele Proteine?

Im Vergleich zu Getreide sind Weizenlektine und Gluten sind nicht in Buchweizen enthalten. Weizenlektine sind Proteine, die das Risiko für Durchblutungsstörungen, Herzerkrankungen und Schlaganfall erhöhen. Deshalb wird Buchweizen gerne im Rahmen der Low Carb Ernährung verarbeitet.

Da diese Alternative zu echtem Weizen glutenfrei ist und über sehr viele Vitalstoffe verfügt, stellt es eine gesunde Ergänzung in der Ernährung dar.

Die bis zu 60 Zentimeter hohe Pflanze entwickelt nach Fremdbestäubung aus den weißrosa Blüten kleine, kastanienähnliche Früchte. Die Nüsschen, die zwölf Monate nach der Aussaat reif sind, werden von August bis September geerntet.

Buchweizen Nährwerte Inhaltsstoffe & Kalorien

Anders als echtes Getreide enthält Buchweizen eine große Menge an wertvollen Vitalstoffen. Viele Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe machen Buchweizen zu einer gesunden Zutat.

Auch das Fagopyrin ist darin enthalten. Dieser Stoff senkt die Lichtempfindlichkeit der Haut.

1. Eiweiß: In Buchweizen sind 18 % Rohprotein enthalten. Durch den hohen Anteil an den essentiellen Aminosäuren, Lysin, Threonin, Tryptophan und schwefelhaltigen Aminosäuren, besteht eine hohe biologische Wertigkeit von 90. Das bedeutet, das fast das gesamte in Buchweizenkörnern enthaltene Eiweiß im Stoffwechsel verwertet werden kann.

2. Sekundäre Pflanzenstoffe: Buchweizen enthält einen hohen Anteil an Rutin, ein Flavonoid, das zu den Antioxidantien gehört.
Quercetin, ein Polyphenol, unterstützt die entzündungshemmende Wirkung.

Echter Buchweizen Pseudogetreide

Ist Buchweizen gesund? Viele Vitamine und Proteine machen den echten Buchweizen zur gesunden Alternative zu Getreide

3. Fette: Buchweizen enthält weniger Fett als echtes Getreide. Dieses setzt sich aus 0,3 Gramm gesättigten Fettsäuren und 1,08 einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammen. In den Körnern ist kein Cholesterin enthalten.

4. Kohlenhydrate: In 100 Gramm Buchweizen sind, ähnlich wie in Weizen, 72 Gramm Kohlenhydrate enthalten. Diese bestehen aus Glukose, Fruktose, Saccharose und Stärke.

5. Ballaststoffe: Der Ballaststoffgehalt ist mit vier Gramm pro 100 Gramm Buchweizen relativ gering.

6. Vitamine: Buchweizen enthält hohe Anteile an Vitamin E, B und Folsäure. Der Folsäurewert ist um das Dreifache höher als in Weizenkörnern, der Gehalt an freier Folsäure um das Fünffache.

7. Mineralstoffe und Spurenelemente: Buchweizen enthält größere Mengen an Kalzium, Kalium, Phosphor, Natrium und Magnesium als Getreidesorten. Gesundheitsfördernd wirkt sich auch der hohe Anteil an Eisen, Kupfer und Zink aus.

8. Fagopyrin: Fagopyrine sind sowohl in der roten Schale als auch in den Nüssen des Buchweizens enthalten. Wie Hypericin wirken sie phototoxisch. Unter der Einwirkung von Sonnenlicht werden Giftstoffe gebildet, die die Hautzellen schädigen.

9. Kalorien: Aufgrund der hochwertigen Inhaltsstoffe eignet sich Buchweizen für eine gesunde Vollwerternährung. 100 Gramm enthalten 340 kcal (1425 kJoule).

Fagopyrismus – die Buchweizenkrankheit

Unter Fagopyrismus versteht man die Buchweizenkrankheit, auch Buchweizenausschlag genannt, die nach übermäßigem verzehr von ungeschältem Buchweizen auftritt. In Verbindung mit Sonnenstrahlen wirkt Fagopyrin phototoxisch und bildet Giftstoffe im Körper.  Es senkt die Lichttoleranz der Haut, was im Zusammenspiel zu stark juckendem Hautausschlag führen.

Deshalb sollte nur geschälter Buchweizen für die Zubereitung von Speisen verwendet werden.

Buchweizen kann in Form von Mehl, Schrot, Flocken, ganzen Körnern oder Keimlingen bei der Zubereitung verschiedener Speisen eingesetzt werden.

Ist Buchweizen gesund?

1999 wurde Buchweizen aufgrund der vielfache positiven und gesundheitsfördernden Wirkungen zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Nicht nur als Alternative zu echtem Weizen ist Buchweizen gesund und eignet sich zur Verwendung in vielen Diäten ( Intervallfasten Plan ). Im folgenden einige gesunde Eigenschaften:

1. Senkung des Blutdrucks durch Schutz der Gefäße

Das Flavonoid Rutin entsteht aus der Reaktion von Quercetin mit einem Zuckermolekül. Der sekundäre Pflanzenstoff wird im Körper nur sehr langsam abgebaut. Es wirkt blutverdünnend und verhindert das Zusammenkleben der Blutplättchen.

Die Fliesseigenschaft des Blutes wird verbessert und das Risiko für die Bildung von Thromben verringert. Als starkes Antioxidans greift Rutin in den Ablauf von Entzündungen ein. Die Gefäßwände bleiben elastisch und es bilden sich keine Krampfadern aus.

Ödeme in den unteren Extremitäten werden verringert. Der Blutdruck sinkt auf einen normalen Wert. Gleichzeitig wird auch das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle reduziert. Rutin schützt die Schleimhäute während Chemotherapien und kann auch unterstützend zur Behandlung von Arthritis eingesetzt werden.

2. Eisen zur Förderung der Blutbildung

Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wird gefördert. Die Sauerstoffversorgung des Gewebes wird verbessert. Deswegen ist Buchweizen besonders geeignet bei Frauen mit starker Regelblutung.

3. Inositol zur Senkung des Blutzuckerspiegels

Buchweizen enthält große Mengen an Inositol, eine nicht essentielle Substanz, die B- Vitmainen ähnlich ist. Chiro-Inositol beeinflusst die Ausschüttung von Insulin. Es ist als Botenstoff an der Weiterleitung der Reize für die Insulinausschüttung beteiligt.

Buchweizen verursacht keine starken Insulinschwankungen. Trotz Sättigung bleiben Heißhungergefühle, wie nach dem Genuss von kohlenhydratreichem Getreide, aus. Durch die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels wird die Bauchspeicheldrüse entlastet. Spätfolgen eines Diabetes mellitus, wie Nieren-, Augen- oder Nervenschäden werden verhindert.

4. Eiweiß für den Muskelaufbau

Buchweizen liefert viele essentielle Aminosäuren, die direkt für den Aufbau von Muskelgewebe verwendet werden können. Durch die leichte Verdaubarkeit und hohe Bioverfügbarkeit des Eiweisses steht dieses dem Zellstoffwechsel sofort zur Verfügung.

5. Regulierung des Cholesterinspiegels

Buchweizen enthält Ballaststoffe und Lecithin. Dieses hemmt die Aufnahme von Cholesterin über die Darmschleimhaut. Der schädliche Stoff wird unverändert mit dem Kot ausgeschieden. Cholesterin kann sich nicht an den Gefäßwänden ablagern.

6. Unterstützung der Funktion von Nerven und Gehirn

Gemeinsam mit den essentiellen Aminosäuren fördert Lecithin die Gehirnfunktionen. Die Denkleistung steigt, Stress wird schneller abgebaut. Angstgefühle und depressive Verstimmung können sich bessern. Tryptophan, eine essentielle Aminosäure, wird während des Stoffwechsels in den Botenstoff Serotonin umgewandelt. Positive Stimmungen und Glücksgefühle werden verstärkt.

7. Lecitin zum Schutz der Leber

Die Leber erfüllt als Entgiftungsorgan eine wichtige Funktion im Körper. Lecithin unterstützt die Arbeit der Leberzellen, schädliche Fette werden nicht so schnell in der Leber gespeichert.

8. Antioxidantien zum Schutz vor Tumoren

Buchweizen enthält starke Antioxidantien. Diese binden freie Radikale und verhindern Mikroentzündungen auf Zellebene. Die Zellen bleiben länger vital, die zu frühe Alterung durch Verkürzung der Telomere wird gebremst. Eine übermäßige Zellteilung wird verhindert, das Risiko für die Entstehung von Tumoren sinkt.

9. Förderung des Immunsystems

Die in Buchweizen enthaltenen Vitamine und Antioxidantien unterstützen die Funktion des Immunsystems. Da in Buchweizen kein Gluten enthalten ist, treten keine Unverträglichkeiten oder Allergien auf.

Buchweizen kann daher von Menschen, die unter einer Zöliakie leiden, als Ersatz für Getreide verwendet werden. Chronische Entzündungen der Dickdarmschleimhaut treten nicht auf.

Stärkere Darmschäden, die einen künstlichen Darmausgang nötig machen, werden vermieden.

10. Buchweizen basisch: Säure- Basen- Gleichgewicht

Die meisten unserer Lebensmittel verursachen im Körper ein saures Milieu. Dieses fördert die Entstehung von Entzündungen und Tumoren. Buchweizen ist basisch und stellt das Gleichgewicht des Säure- Basen- Haushalts wieder her.

Wie kann die Wirkung von Buchweizen noch verstärkt werden?

Durch Keimung der Buchweizenkörner steigt die Menge an enthaltenen Vitalstoffen. Die Bioverfügbarkeit verbessert sich noch weiter. Die basischen Keimlinge, die für Salate verwendet werden, enthalten große Mengen an Coenzym Q10, B- Vitaminen, Selen und Mangan. Den größten Vitalstoffgehalt enthalten die rohen Keimlinge.


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