Jungbrunnen: Der Traum von Quelle der ewigen Jugend bald Realität?

18. März 2015
JungbrunnenEwiges Leben, Unsterblichkeit und ewige Jugend bald Realtitä? Wasserhahn als Jungbrunnen der Zukunft

Die Quelle der ewigen Jugend beziehungsweise der Jungbrunnen, auch als Lebensbrunnen bezeichnet, gilt bereits seit Jahrtausenden als unerfüllter Wunsch der Menschheit.

Während in der Vergangenheit insbesondere in künstlerischer Art und Weise der Jungbrunnen gezeichnet wurde gibt es in jüngerer Zeit tatsächlich Ansätze, die den Traum von ewiger Jugend wahrhaftig werden lassen könnten.

Ewiges Leben und jugendliche Vitalität verspricht der Jungbrunnen als Quelle der ewigen Jugend. Forscher sind diesem Traum auf den Fersen.

Was ist ein Jungbrunnen – Quelle der ewigen Jugend?

Der Begriff Jungbrunnen entstammt der Mythologie (Saga) und stellt die Quelle der ewigen Jugend bzw. Quelle des ewigen Lebens dar. Der Erzählung nach verleiht das Wasser des Lebensbrunnens Jenen, die es trinken oder darin baden körperliche und geistige Heilung sowie eine ewige Jugend und Unsterblichkeit.

Bereits vor mehr als 1000 Jahren wurde der Jungbrunnen oder Lebensbrunnen im Orient erwähnt. Sowohl im Zusammenhang mit Alexander dem Großen sowie im Gilgamesch-Epos findet die Idee des ewigen Lebens Erwähnung.

Jungbrunnen – Quelle der ewigen Jungend in der Kunst

In der Kunst indes hat insbesondere Lucas Cranach der Ältere mit seinem Gemälde aus dem Jahr 1546 den Jungbrunnen bildlich dargestellt. In dem Gemälde steigen auf der einen Seite alte Frauen ins Wasser des Jungbrunnens und steigen auf der anderen Seite verjüngt wieder aus dem Wasser hinaus.

Umgangssprachlich spricht man von einem Jungbrunnen, wenn bestimmte Ereignisse, Gegenstände oder Erlebnisse oder aber auch optische Veränderungen einen Menschen jugendlich erscheinen lassen.

Der Jungbrunnen, das ewige Leben und die Molekularbiologie

Wissenschaftler indes sehen den Jungbrunnen aus molekularbiologische Sichtweise und damit aus genetischer Sicht. So haben Wissenschaftler aus Harvard herausgefunden, dass das natürlich vorkommende Koenzym NAD alte Zellen wieder verjüngt.

Das Koenzym Nicotinamidadenindinukleotid (NAD) ist in der Lage, „aus alten Zellen junge Zellen zu machen“. Die Wissenschaftler der Harvard Medical School haben damit offenbar einen entscheidenden Mechanismus der Zellalterung entschlüsselt. Dass das NAD für die Zellalterung eine derart wichtige Rolle einnimmt, war der Wissenschaft bisher nicht bekannt.

Koenzym NAD sorgt für Zellverjüngung

Zusammen mit Wissenschaftlern aus Portugal und Australien haben die Forscher um David Sinclair getestet, wie sich eine erhöhte NAD-Konzentration auf die Alterung der Zellen auswirkt. Anhand von Experimenten mit Mäusen zeigten die Forscher, dass das Koenzym nicht nur in der Lage ist für die Zelle schädliche Prozesse zu stoppen, sondern diese teilweise rückgängig zu machen.

Besonders die Funktion der Mitochondrien kommt im Hinblick auf den programmierten Zelltod eine Schlüsselfunktion zu. Aufgrund der Bedeutung für den Zellstoffwechsel ist es bemerkenswert, dass NAD in der Lage ist, die Funktion der Mitochondrien nahezu vollständig wiederherzustellen.

NAD verjüngte Mäuse

Während des natürlichen Alterungsprozesses reduziert sich die mitochondriale Funktion. Dies wiederum führt zu einer Veränderung des zellulären Gleichgewichtes und damit der körperlichen Gesundheit. Durch Nikotinamidadenindinukleotid bilden sich bereits nach rund sieben Tagen die Zeichen der voranschreitenden Alterung zurück.

Insbesondere die für den Alterungsprozess typischen Indikatoren wie eine zunehmende Insulinresistenz, eine Reduktion der Muskelmasse sowie zunehmende Entzündungsreaktionen bildeten dabei den Blickpunkt der Betrachtung der Wissenschaftler.

SIRT 1 und Rotwein als Möglichkeit der Zellverjüngung

Nachdem die Forscher die chemische Vorstufe von NAD hinzugefügt hatten, bildeten sich alle drei Indikatoren im Hinblick auf die typische Altersreaktion zurück. So glichen die Zellen der rund zwei Jahre alten Mäuse nach der Zugabe des NAD denen einer lediglich sechs Monate alten Maus.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Grund für die Verjüngung der Zellen in der Kooperation von Zellkern-DNA und mitochondrialer DNA liegt. Wenn eine der beiden Erbinformationen versagt, wird die Zellfunktion grundsätzlich gestört.

Mit NAD und Rotwein jung bleiben?

Dies wiederum bildet die Grundlage für die Entstehung von Alterskrankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus und Morbus Alzheimer. In diesem Zusammenhang ist auch eine weitere Studie von David Sinclair ins Gedächtnis zu rufen, die den positiven Einfluss von Rotwein auf die Gesundheit dokumentierte.

Dabei spielte der in Rotwein enthaltene Stoff Resveratrol eine wichtige Bedeutung. Dieser aktiviert das Schlüsselgen SIRT 1. auch dieses Gen nimmt offenbar eine wichtige Funktion im Hinblick auf die mitochondriale DNA und die Zellkern-DNA ein. Allerdings kann SIRT 1 die Funktion offenbar nicht ohne genug NAD ausüben.

NAD im Trinkwasser

Zudem kann eine Ersparnis von Kalorien den Alterungsprozess abbremsen. So lebten Mäuse, die eine Kalorienzufuhr erhielten, die um bis zu 30 Prozent geringer lagen als bei Vergleichstieren, rund 40 Prozent länger. Ob jedoch ein Mensch freiwillig auf 30 Prozent seiner Kalorienzufuhr verzichten will, darf bezweifelt werden.

Wissenschaftler vermuten, dass ein Verzicht an Kalorien ebenfalls das Gen SIRT 1 aktiviert. Die Wissenschaftler um Sinclair planen nun das Koenzym NAD mit dem Trinkwasser zuzuführen. Sollte sich dies als wirksam bei den Labortieren erweisen, könnte im späteren Verlauf einer Testphase bei menschlichen Probanden erfolgen.

Wasserhahn als Quelle der ewigen Jugend?

Im weiteren Verlauf könnte somit in der nahen beziehungsweise mittelfristigen Zukunft NAD über das Trinkwasser appliziert werden. Dadurch ist es möglich, chronische Erkrankungen in der Bevölkerung zu reduzieren. Insbesondere im Hinblick auf den demographischen Wandel könnte dies zahlreiche Pflegefälle vermeiden helfen.

Wann NAD über das Trinkwasser erhältlich sein wird und ob sich ausschließlich eine positive Wirkung einstellt oder ob es auch mögliche Nebenwirkungen gibt, müssen weitere Forschungen zeigen.

Derweil hat bereits das Pharma-Unternehmen GlaxoSmithKLine die von Sinclair gegründete Firma “Sirtis Pharmaceuticals“ für einen Preis von 720 Millionen US-Dollar gekauft. Insofern scheint auch die Pharmaindustrie den Wert der Entdeckung erkannt zu haben.


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