Übergewicht in kalten Regionen häufiger

14. Februar 2014
Warnung vor Diätpillen

Bisher war es nicht wirklich wissenschaftlich erforscht, doch nunmehr ist bekannt geworden, dass der Wohnort doch die Darmflora beeinflusst. Gründe hierfür sind die Zusammensetzung verschiedener Bakterien im Verdauungstrakt. Denn je nachdem, wo sich der Wohnort befindet, sind diese dann auch anders verteilt.

Dass Darmbakterien Einfluss auf den Stoffwechsel haben, ist bekannt. Dass sie jedoch variieren können, je nachdem, wo sich der Wohnort befindet, haben Forscher gerade erst herausgefunden. So finden sich in den kälteren Regionen im Mittel mehr Bakterien im Darm, die unter anderem auch ein höheres Gewicht verursachen.

Dies wurde unter anderem in den Biology Letters der britischen Royal Society veröffentlicht.

Studie zu Übergewicht: Berücksichtigung verschiedener Daten

Bei der Untersuchung der University of California in Berkeley und der University of Arizona in Tucson wurden die Daten von über 1.000 Personen aus 23 Ländern berücksichtigt. Dabei wurde vor allem Wert auf zwei Bakterienstämme im Darm gelegt.

Dies sind vor allem Bakterien, die das Gewicht eines Menschen mitbestimmen. Sie nennen sich Firmicutes und Bacteroidetes. Zuvor haben diverse Studien ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für krankhaftes Übergewicht mit steigendem Anteil von Firmicutes- und schwindendem Anteil von Bacteroidetes-Bakterien zunimmt.

Fettleibigkeit im Norden: Zusammenhänge wurden erkannt

Bei der Analyse der Daten ergab sich nunmehr ein Zusammenhang zwischen Breitengrad des jeweiligen Wohnortes und Firmicutes-Anteil. Das heißt, je kühler es in der Wohnregion der Testperson war, desto mehr der „Dickmacher“ hatte er in seinem Verdauungstrakt. Der Anteil an Bacteroidetes sank dagegen, fast schon in gleicher Stärke.

Die hocheffizienten Firmicutes haben dabei die Gabe, dass sie fast alle Nahrungsbestandteile in nahrhafte Zucker- und Fettmoleküle umwandeln können. Dabei werden selbst die Ballaststoffe fast vollständig genutzt. In der Folge legen Menschen mit höherem Firmicutes-Anteil im Darm eher an Gewicht zu. Das heißt, Menschen in kälteren Regionen sind bekannter Weise dicker als die, die in wärmeren Regionen leben.

Hintergrund dieser Studie

Der Hintergrund dieser Ergebnisse kann logisch begründet werden. Lebewesen mit höherem Gewicht geht prozentual weniger Wärme verloren, weil bei ihnen das Verhältnis zwischen Oberfläche und Volumen günstiger ist. Es macht also aus evolutionärer Sicht durchaus Sinn.

Die Zunahme an Körpergewicht muss also nicht immer zwingend etwas mit der eigenen Ernährungsweise zu tun haben, sondern kann auch vom Wohnort abhängig gemacht werden.

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