Greenpeace: Giftige Chemie in Kleidung entdeckt

28. Januar 2014

Dass in den Textilien Chemikalien enthalten sind, ist bekannt und nicht verwunderlich. Dass es aber regelrechte Chemie-Cocktails sind, ist dann aber schon wieder ein herber Rückschlag. Die Begründung für die Verwendung dieser Cocktails: Vorbeugung vor Schimmelbildung beim Transport oder als Flammschutzmittel.

Greenpeace bemängelt Gifte in Bekleidung

Die meiste Kleidung, die hierzulande gekauft werden kann, wird in Billiglohnländern produziert. Hier gibt es kaum Verbote, wenn es um den Einsatz von Chemikalien geht. Dieser Umstand war wohl bekannt, aber erst jetzt nutzt die Tübinger Greenpeace Gruppe die Gunst der Stunde, um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen. Bis 2020 soll daher mit Hilfe einer Unterschriftensammelaktion festgelegt werden, dass die Verwendung in Chemikalien seitens der Herstellung von Textilien unterbunden wird.

Hersteller kommen mit ins Boot

Und Greenpeace hat es tatsächlich geschafft, auch einige namenhafte Hersteller ins Boot zu holen. Unter anderem verweist die Gruppe auch darauf, dass sie in den Produktionsstätten direkt vor Ort waren und die Verwendung der Chemikalien hautnah miterleben konnten.

Dabei handelt es sich üblicherweise um langlebige Chemikalien. Diese sammeln sich in der Umwelt im Laufe der Zeit an und können letzten Endes über die Nahrungskette sogar in den menschlichen Körper gelangen.

Nicht nur günstige Marken betroffen

Vor allem die Kinderbekleidung ist stark in die Kritik geraten, denn hier wurden Konzentrationen von schädlichen Stoffen nachgewiesen, die die internen Grenzwerte der Umweltorganisation sogar um ein Vielfaches überstiegen haben.

Die Chemikalien mit den Namen Phthalate, PFC, zinnorganische Verbindungen, Antimon und Nonylphenolethoxylate (NPE) sind dabei nicht nur in Billigmarken zu finden. Greenpeace konnte so auch herausfinden, dass teure Marken ebenfalls betroffen sind. Die Mengen und Konzentrationen, in denen die Chemikalien dann vorhanden sind, sind teilweise besorgniserregend. So können einige davon unter Umständen auch Schäden an der Leber hervorrufen oder aber die Schilddrüse einschränken.

Krebs-erregende Stoffe bereits verboten

Vor einiger Zeit schon musste die Regierung agieren, als zahlreiche krebserregende Stoffe in den Textilien nachgewiesen wurden. Die Chemikalien, die eben diesen Effekt hervorrufen, wurden daher EU-weit verboten. Dennoch wird davon ausgegangen, dass diese Stoffe ab und an in den Textilien vorhanden sind. Dabei gibt es bis dato zu wenige Studien, die sich mit diesem Thema offen befassen.

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