Diabetes: Hilfe durch umprogrammierte Hautzellen

11. Februar 2014

Diabetes gilt in Deutschland mittlerweile fast schon als ein Volksleiden. Immer mehr Menschen sind hiervon betroffen und erwarten sich umfangreiche Hilfe. Seit Jahren wird nach einem gängigen, guten und verträglichen Mittel geforscht, so dass den Betroffenen geholfen werden kann. 

US-Forscher haben es nunmehr in San Francisco geschafft, mit einem äußerst vereinfachten Verfahren Hautzellen zu Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse umzuprogrammieren. Bisher ist dies jedoch nur an Mäusen nachgewiesen wurden.

Pluripotente Stammzellen gegen Diabtes

Dem Forscherteam von der Universität von Kalifornien (San Francisco) ging es vor allem darum, den Schritt zu wählen, die Zellen vorher zu sogenannten pluripotenten Stammzellen zu verjüngen. Pluripotenten Stammzellen sind Stammzellen, aus denen am Ende jede Zellart entstehen kann. Damit wurde das damit verbundene Tumorrisiko vermieden. Auf diesem Wege hoffen die Forscher nunmehr, dass sich Diabetes Typ 1 heilen lassen kann.

Präsentation der Arbeit

Die Arbeit des Forscherteams wurde unter anderem im Fachblatt „Cell Stem Cell“ präsentiert. Dabei wird unter anderem erläutert, was es mit Diabetes Typ 1 auf sich hat. Hierbei beruht die Krankheit auf der Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren.

In Deutschland leben derzeit etwa 300.000 Betroffene, die zeitlebens Insulin injizieren müssen. Nur so können sie es schaffen, ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Besser wäre es dagegen natürlich, wenn die Patienten wieder lernen könnten, eigenständig Insulin zu produzieren. Dies wäre dann mit eigenen Zellen möglich, ohne dass die Gefahr besteht, dass hier eine Abstoßreaktion entsteht.

Chemischer Cocktail bei Mäusen

Die Forscher aus San Francisco verjüngten nunmehr die Mäuse mit einem bestimmten Cocktail, jedoch nur bestimmte Hautzellen, sogenannte Fibroblasten, nicht bis pluripotenten Grundstadium, sondern nur bis zu einer Zellebene, aus der verschiedene Organe wachsen können. Hierunter natürlich auch die Bauchspeicheldrüse.

Die Zellen wurden nunmehr diabetischen Mäusen eingepflanzt, und nach nur einer Woche sanken bereits die Glukosewerte. Erst als die Zellen wieder entnommen wurden, stellten die Forscher einen erneuten Anstieg der Blutzuckerwerte fest.

Der erste kleine aber wichtige Schritt in Richtung Heilung von Diabetes Typ 1 ist damit also getan. Aufgrund dieser Ergebnisse können sich nun weitere Erfolge abzeichnen. Die Medizin geht damit einen wichtigen Schritt nach vorn.

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Kommentare zu »Diabetes: Hilfe durch umprogrammierte Hautzellen«

  1. […] Auswirkungen: Hinweise verdichten sich, dass die „Darmflora“ an der Entstehung von Adipositas, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Allergien und auch psychischen Leiden beteiligt […]

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