Studie belegt: Vitamin D-Mangel kann MS-Risiko erhöhen

29. August 2015
MS durch Vitamin-D-MangelVitamin D-Mangel kann MS auslösen

Die genauen Ursachen für die Multiple Sklerose (MS) sind trotz intensiver Forschungsbemühungen bis zum heutigen Tage nicht aufgeklärt. Eine aktuelle Studie zeigt aber auf, dass Personen mit einem genetisch bedingten Vitamin-D-Mangel ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für die Multiple Sklerose aufweisen.

Genetische Prädisposition zeigt Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Vitamin-D-Mangel

Schätzungen gehen davon aus, dass über 120.000 Personen in Deutschland an der Multiplen Sklerose erkrankt sind. Obwohl es intensivste Forschungsbemühungen gab, konnte die genaue Ursache für die Krankheit bis zum heutigen Tage nicht genau erklärt werden. 2014 ist es deutschen Wissenschaftlern gelungen, einen ersten Hinweis auf die Entstehungsmechanismen der Multiplen Sklerose zu finden. Die Forscher der Dresdner Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus ist es zusammen mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Göttingen gelungen, eine spezielle Zelle auszumachen, die für die Entstehung von MS eine entscheidende Bedeutung aufweisen könnte. Eine neue Studie von kanadischen Wissenschaftlern zeigt auf, dass ein genetischer Vitamin-D-Mangel das Erkrankungsrisiko für die Multiple Sklerose erhöht.

Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und MS wurde bereits vermutet

Die Studie, die an der Mc Gill University in Montreal durchgeführt wurde, konnte den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem erhöhten Erkrankungsrisiko für die Multiple Sklerose nunmehr belegen. Einer Veröffentlichung in “pressetext.com“ zufolge sind zehntausende Personen mit europäischen Vorfahren hinsichtlich der DNA-Profile von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. In der Presseveröffentlichungen heißt es weiter, dass dieser Zusammenhang bereits seit längerer Zeit von Forschern vermutet wurde. Nun aber ist es erstmals gelungen, den genetisch bedingten Vitamin-D-Mangel als Ursache für ein höheres Krankheitsrisiko zu belegen. Die Forscher verglichen für ihre Studie die Ausbreitung der Erkrankung in einer größeren Gruppe von Personen, die europäische Vorfahren vorweisen können. In die Studie wurden 14.000 an MS erkrankte Person und 24.000 gesunde Personen einbezogen. Bei allen Personen wurde die genetische Prädisposition für den Vitaminmangel untersucht. Da die genetische Disposition innerhalb der Bevölkerung nahezu zufällig auftritt, ließ sich so der Zusammenhang wissenschaftlich fundiert nachweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten Fachmagazin “PLOS MEDICINE“ publiziert.

Vitamin-D-Marker weist bei Betroffenen zu niedrige Werte auf

Demnach deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass Personen mit geringen Analysewerten eines Vitamin-D-Markers aufgrund der genetischen Prädisposition ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen, als Personen ohne diese genetische Prädisposition. Nach Angaben der Wissenschaftler wird das Erkrankungsrisiko für die Multiple Sklerose um die Hälfte reduziert, wenn der Wert des Vitamin-D-Marker im Blut in Bezug auf die Risikogruppen um das 1,5-fache erhöht würde. Mehrere internationale Forschungsprojekte konnten zudem belegen, dass die Multiple Sklerose in den Ländern gehäuft auftritt, die eine geringere Sonnenscheindauer aufweisen.

Gefahr der Osteoporose

Ein Vitamin-D-Mangel kann unter anderem zur Osteoporose (Knochenschwund) aber auch zur Osteomalazie (Knochenabweichungen) führen. Forscher der University of Exeter konnten 2014 zudem in einer Studie feststellen, dass auch das Demenz-Risiko durch einen Vitamin-D-Mangel erhöht wird. Die kanadischen Wissenschaftler wollen nun erforschen, ob die prophylaktische Verabreichung von Vitamin-D oder die Vitamin-D-Gabe bei Multipler Sklerose die Krankheit einerseits verhindern kann, andererseits die Symptome abschwächen kann. Hierzu wollen die Forscher zunächst Langzeitstudien durchführen. Sollte sich der Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Multipler Sklerose auch dadurch feststellen lassen, dass bereits an Multipler Sklerose erkrankte Personen untersucht werden hinsichtlich der genetischen Prädisposition, so ließe sich feststellen, ob möglicherweise die Erkrankung ausschließlich durch einen Vitamin D-Mangel beziehungsweise durch die genetische Disposition ausgelöst wird. Sollte dies der Fall sein, so wären die Wissenschaftler zumindest hinsichtlich der auslösenden Faktoren einen gewaltigen Schritt weiter gekommen. Denn daraus ableiten ließe sich dann auch eine entsprechende Therapie beziehungsweise Prophylaxe.

Quelle: PLOS Medicine

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