Kaffee trinken kann vor Darmkrebs schützen

19. August 2015
Kaffee sorgt für StressKann Kaffee krank machen?

Kaffee geriet in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus negativer Berichterstattung. Dort wurde teilweise publiziert, dass Kaffee ein erhöhtes Bluthochdruckrisiko aufweisen würde, Herzinfarkt auslösen könne oder das Magenkrebsrisiko erhöhen würde. Neuere Studien jedoch dokumentieren, dass eines der beliebtesten Getränke in Deutschland die Gesundheit eher fördert, als ihr schadet.

Krebs vorbeugen durch Kaffee: Koffein als Prophylaxe gegen Krebs

Einer aktuellen Studie zufolge kann der Genuss von Kaffee sogar das Rückfallrisiko bei Darmkrebs verhindern. In Studien vergangener Jahre wurde dem übermäßigen Konsum von Kaffee unter anderem die erhöhte Disposition für Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Bluthochdruck zugeschrieben. Studien der letzten Jahre brachten dann jedoch genau gegensätzliche Ergebnisse. So ergaben wissenschaftliche Studien, dass Kaffee eine herzstärkende Wirkung hat und auch der Arterienverkalkung vorbeugen kann.

Wie Krasimira Aleksandrova vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam mitteilt, gibt es mittlerweile sogar wissenschaftliche Studien, die darauf hinweisen, dass Kaffee prophylaktische Wirkung gegenüber den unterschiedlichsten Krebsarten wie beispielsweise Mundhöhlenkrebs, Prostatakrebs sowie Blasenkrebs entfaltet.

Einer aktuellen Studie zufolge kann ein vermehrter Kaffeekonsum sogar das erneute Auftreten von Darmkrebserkrankungen verhindern. Die Studie wurde in dem renommierten Fachmagazin “Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht. Bei Patienten, die sich in Behandlung wegen Darmkrebs im Stadium III befanden und gleichzeitig vier oder mehr Tassen koffeinhaltigen Kaffee pro Tag zu sich nahmen, gab es weniger Rückfälle (Rezidive) als bei Patienten, die keinen Kaffee tranken.

Studie zeigt Nicht-Kaffee-Trinker erkrankten deutlich häufiger erneut an Darmkrebs

Zudem wurde durch den erhöhten Kaffeegenuss das Risiko an Krebs zu erkranken beziehungsweise zu sterben, um 33 Prozent verringert. Geringer ist der Effekt jedoch bei all jenen, die weniger als 2-3 Tassen Kaffee pro Tag trinken. Dana-Farber vom gleichnamigen Dana-Farber Cancer Institute in Boston, USA (Teil der Harvard Medical School) berichtet in der Studie zudem, dass bei Patienten, die überhaupt keinen Kaffee getrunken haben, keinerlei Verbesserung der Erkrankungssituation zu erkennen war.

Wie Studienleiter Charles Fuchs mitteilt, beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs bei Darmkrebs im dritten Stadium nach erfolgter medizinischer Behandlung 35 Prozent. Zumeist erkranken Patienten innerhalb einer Fünfjahres-Frist erneut. Wie die Autoren der Studie berichten, verringerte sich das Rückfall-und Todesrisiko bei all jenen Patienten, die koffeinhaltigen Kaffee getrunken haben deutlich.

These: Kafee wirkt auf Insulinproduktion

Da die Forscher die genaue Ursache der Wirkung des Koffeins beziehungsweise des Kaffees in Bezug auf das verringerte Rückfallrisiko bei Darmkrebs noch nicht entschlüsselt haben, sind weitere Forschungen in dieser Richtung notwendig. Charles Fuchs äußerte aber die These, dass die Aufnahme des Koffeins den Körper für das Hormon Insulin sensibilisiert und dadurch der Gesamtbedarf an Insulin verringert wird. Dies wiederum könnte sich auf etwaige Entzündungsparameter positiv auswirken, so Fuchs. Die Entzündungsparameter sind häufige Risikofaktoren für Erkrankungen wie Krebs und Diabetes.

Nicht-Kaffee-Trinker sollten vor regelmäßigem Kaffee-Genuss mit Arzt sprechen

Weitere Studien deuten zudem darauf hin, dass Kaffee auch eine positive Wirkung in Bezug auf Brustkrebs nach den Wechseljahren, Leberkrebs oder bei Melanomen besitzt. Studienleiter Fuchs rät deshalb all jenen betroffenen Darmkrebspatienten, die regelmäßig Kaffee trinken, dies nicht zu unterlassen. Allerdings sollten all jene, die bislang keinen Kaffee getrunken haben und dies nun aufgrund der Studienergebnisse überlegen, zu tun, zunächst mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen. Diesen Ratschlag gab Charles Fuchs im Rahmen eines Berichtes, der auf der Internetseite des Dana-Farber Cancer Institutes veröffentlicht wurde. Siehe auch Wieviel Kaffee ist gesund oder schädlich

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