Lungenkrebs nimmt bei Frauen deutlich zu

10. März 2015
Lungenkrebs hämatogene MetastasierungLungenkrebs Metastasen werden häufig hämatogen verteilt

Während insgesamt die Sterblichkeitsrate von Krebserkrankungen in Deutschland deutlich zurückgeht, gibt es eine Krebsart, bei der eine gegenläufige Entwicklung feststellbar ist. Die Rede ist vom Lungenkrebs. Bei Frauen ist Lungenkrebs mittlerweile die häufigste Todesursache in Bezug auf alle Krebserkrankungen.

Rauchen häufigste Ursache für Lungenkrebs

Epidemiologen der Universität Mailand schließen aus den Todesursachen-Statistiken der WHO sowie des Statistikdienstes Eurostat, dass Frauen mittlerweile weniger an Brustkrebs sterben als an Lungenkrebs. Bisher galt Brustkrebs bei Frauen als häufigste Krebs-Todesursache. Im Jahr 2013 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 15.370 Todesfälle, die auf Bronchialkarzinome beziehungsweise Lungenkarzinome zurückzuführen waren. Noch vor 30 Jahren gab es lediglich 5491 Personen, die an Bronchialkrebs verstorben waren. Insbesondere die Tatsache, dass immer mehr Frauen rauchen, fördert die Lungenkrebsrate beim weiblichen Geschlecht. Rauchen ist die häufigste Ursache für die Entstehung von Lungen-beziehungsweise Bronchialkrebs.

Radioaktives Radon in Wohnungen zweithäufigste Ursache

Unter dem Bronchialkarzinom, im Allgemeinen auch als Lungenkrebs bezeichnet, wird eine maligne Neubildung von entarteten Bronchialzellen verstanden. Rauchen ist bei Männern zu rund 90 Prozent für die Entstehung von Bronchialkarzinom verantwortlich. Bei Frauen beträgt die Häufigkeitsrate 80 Prozent. Daneben gibt es als weitere Ursache Wohnungen, die mit, dem radioaktiven Edelgas Radon belastet sind.

Aber auch das Einatmen von Asbest oder Chrom kann Bronchialkarzinom auslösen. Je nach Art des Bronchialtumors und der Ausdehnung im Bereich der Bronchien beziehungsweise der Lunge liegt die Fünfjahresüberlebensrate höher oder wie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom unterhalb der Zehn-Prozent-Marke.

Durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebensrate beim Bronchialkarzinom beträgt nur fünf Prozent

Als eines der ersten Symptome stellt sich eine chronische Heiserkeit ein beziehungsweise ein blutiger Auswurf. Wird Lungenkrebs hingegen frühzeitig entdeckt (beispielsweise im Rahmen eines routinemäßigen Röntgen-Thorax) besteht eine Überlebensrate von rund 47 Prozent. Rund 25 Prozent aller malignen Tumore entfallen auf die Bronchialkarzinome. Beim Mann ist der Lungenkrebs die häufigste Krebsart.

In Mitteleuropa erkranken etwa 60 Personen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland entspricht dies etwa einer Erkrankungsrate von rund 50.000 Personen im Jahr. Die Tendenz ist ansteigend. Rund 40.000 Todesfälle entfallen jährlich auf das Bronchialkarzinom. Das 60. Lebensjahr gilt dabei als Altersgipfel. Durchschnittlich beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei dem Bronchialkarzinom fünf Prozent.

Grundsätzlich ist die Lebenserwartung des Patienten aber sowohl vom Stadium der Erkrankung wie auch vom Typ des Karzinoms abhängig. Bemerkenswert ist, dass rund 95 Prozent aller Patienten mit einem Bronchialkarzinom entweder ehemalige Raucher oder aktive Raucher sind. Nach 30-40 Jahren nach dem Beginn des Rauchens beträgt das Risiko an einem Bronchialtumor zu erkranken 60-mal so viel wie bei einem Nichtraucher. Daneben gibt es aber auch Bronchialkarzinome, die auf das radioaktive Edelgas Radon zurückzuführen sind.

In Deutschland sind hiervon etwa 1900 Todesfälle auf eine Radon-Belastung zurückzuführen. Insbesondere in den Bundesländern Bayern, Sachsen, Thüringen und in der Region von Freiburg im Breisgau empfehlen Experten einer gasdichte Versiegelung des Kellers, da Radon durch das anstehende Gestein in das Gebäude aufsteigen kann. Daneben können Bronchialkarzinome aber auch durch weitere Stoffe wie Asbest, Chrom-Verbindungen, Uran und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, aber auch durch Nickel verursacht werden.

Kardinalsymptome des Lungenkrebses

An Kardinal-Symptomen zeigen sich Husten, Schmerzen im Bereich des Brustkorbes, Fieber und deutliche Schwierigkeiten beim Atmen (Dyspnoe). Zudem tritt häufig eine Heiserkeit auf. Wenn zudem noch ein Pleuraerguss hinzutritt, ist es oftmals für eine effektive Behandlung bereits zu spät. Insbesondere beim kleinzelligen Bronchialkarzinom entstehen schnell Metastasen im Gehirn, im Herzen, in den Knochen und den weiteren Organen.

Unterarten des Bronchialkarzinoms

Besonders gefürchtet ist das kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC). Der Anteil an allen Bronchialkarzinomen beträgt 20-25 Prozent. Das Plattenepithel-Karzinom ist mit etwa 40-45 Prozent der häufigste Tumor der Lunge und der Bronchien. Das Adenokarzinom besitzt ein Häufigkeitsanteil von rund 20 Prozent. Das großzellige Bronchialkarzinom tritt in etwa 10-15 Prozent aller Fälle auf. Häufig finden sich beim großzelligen Bronchialkarzinom Metastasen, die in der Leber, im Gehirn und in den Knochen auftreten.

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt über das Röntgen-Thorax sowie über das im MRT und das CT. Um eine histologische Beurteilung des Tumorgewebes erhalten zu können, wird die Bronchoskopie vorgenommen. Im Labor werden neben den normalen standardisierten Laborparametern auch Tumormarker bestimmt. Insbesondere im Zusammenhang mit der Diagnose und der Lokalisation von Metastasen empfiehlt sich das im MRT.

Therapie

Die Therapie erfolgt einerseits nach der Art des Tumors, andererseits orientiert sich diese an dem Stadium der Erkrankung. Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom sind rund 70 Prozent aller Fälle inoperabel. Der Tumor spricht jedoch häufig anfänglich sehr gut auf eine Strahlentherapie beziehungsweise Chemotherapie an. Die Verlängerung der Lebenserwartung beträgt hierbei wenige Monate bis zu einem Jahr.

An Chemotherapie wird häufig die Kombination Adriamycin, Cyclophosphamid und Vincristin verabreicht. Aber auch die Kombination Carbopltin, Etoposid und Vincristin wird häufig angewandt. Daneben werden noch weitere Chemotherapie-Schemata je nach Krankheitsverlauf und möglichen Rezidiven verwendet. Bei einem Rezidiv empfiehlt sich insbesondere die Gabe von Topotecan. Daneben wird in erster Linie eine Bestrahlung der Lungen und der von den Metastasen befallenen Körperregionen erfolgen.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie


Kein Kommentar zu diesem Artikel bisher »

Kommentieren

Erlaubtes XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>