Ärztliche Behandlung in Deutschland nicht einheitlich

8. Februar 2014

Es ist üblich, dass medizinische Gründe für Rezepte und Operationen in Deutschland einheitlich sind. Dennoch zeigen Statistiken, dass Kinder in Bayern achtmal häufiger ihre Mandeln verlieren oder aber im Nordosten doppelt so oft Antibiotika ausgegeben wird. 

Es gibt Kontrollen, die die auffälligen regionalen Unterschiede einmal mehr analysieren lassen. So ergab sich unter anderem, dass im Stadtkreis Schweinfurt in Bayern 109 von 10.000 Kindern operiert wurden. Im Vergleich: im Landkreis Sonneberg in Thüringen waren es nur 14 von 10.000, also achtmal weniger.

Statistik für Antibiotika bringt Klarheit

Ebenso hat eine Statistik für Antibiotika Verschreibungen ergeben, dass Kinder, die im Nordosten Deutschlands leben, doppelt so oft dieses Rezept erhalten wie im Süden. Auch werden hyperaktive Jungen in Unterfranken viel häufiger als behandlungswürdig eingestuft, als im Rest der Republik. Es fallen somit immer wieder Unterschiede innerhalb des Landes auf, die erstaunen – selbst die Ärzte selber.

Antibiotika in ländlichen Regionen

Die Unterschiede lassen sich im Einzelfall nicht genau erklären. Faktoren werden in der Regel vermutet, aber nicht genau bewiesen. So ist es bekannt, dass Allgemeinärzte im Schnitt Antibiotika häufiger ohne Bedarf verschreiben, beispielsweise bei einer Virusinfektion. Kinderärzte gehen hier ein wenig sparsamer vor. Die Verschreibungsrate bei HNO-Ärzten ist dabei am niedrigsten.

Es haben Statistiken ergeben, dass bei nicht eitrigen Mittelohrentzündungen, für die Antibiotika laut Leitlinien nur in Ausnahmefällen sinnvoll sind, 33 Prozent der Hausärzte Antibiotika verschreiben, 17 Prozent der Kindermediziner. Am Ende aber nur neun Prozent der HNO-Ärzte.

Schwerpunkte werden durch Fach-Spezialisten beeinflusst

Es gibt wie gesagt keine Ursachen, jedoch einige Hinweise. So können beispielsweise Prominente Vertreter eines Fachs mit bestimmten Ansichten und Forschungsaktivitäten die Sensibilität für ein Thema in einer Region steigern.

Die Zahl der entsprechenden Spezialisten ist bisher überschaubar. Das heißt, dass hier nur geringe Einflussmöglichkeiten vorhanden sind. Auch das Bildungsniveau oder das Alter der Eltern haben Einfluss auf die Diagnose von ADHS bei Kindern. So wird gesagt, dass Kinder von arbeitslosen Eltern häufiger betroffen sind. Es gibt Hinweise, dass Kinder jüngerer Eltern ein höheres Diagnose-Risiko haben. Die regionalen Auffälligkeiten werden hierdurch aber ebenfalls nicht erklärt.

Die Behandlungsmöglichkeiten der Ärzte sind also sehr unterschiedlich und werden auch in Zukunft keine Änderung aufzeigen.

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