Zucker: WHO senkt täglich empfohlene Menge deutlich ab

5. März 2015
DiabetesDiabetes und Zuckeraufnahme

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Empfehlung für den täglichen Verzehr von Zucker herabgesetzt. Demnach sind lediglich sechs Teelöffel Zucker, was in etwa 25 Gramm entspricht, pro Tag gesundheitlich unbedenklich. Durch die Absenkung der täglichen Zucker-Menge hofft die WHO die weltweit zunehmende Problematik des Übergewichts besser bekämpfen zu können.

WHO: „Zuckerbomben“ meiden

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wird die Gefahr von Karies, extremen Übergewicht (Adipositas) und relativen Übergewicht dann reduziert, wenn die Einnahme von Zucker unter 10 Prozent beträgt. Die neu gefasste WHO-Richtlinie beinhaltet jedoch nicht den natürlichen Fruchtzucker oder den in der Milch vorkommenden Milchzucker. Bisher gibt es nämlich keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass diese Zuckersorten für den menschlichen Organismus schädlich seien. Nach Angaben der WHO sind hingegen synthetisch aufbereitete Lebensmittel regelrechte “ Zuckerbomben“.

Allein in einer Dose Limonade können sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bis zu 40 Gramm Zucker “verstecken“. Ein Esslöffel Ketschup entspricht bereits der Menge eines Teelöffels Zucker. Unter dem Oberbegriff des Zuckers werden Saccharide verstanden, die einerseits zu den Nahrungsmitteln zählen, andererseits aber gleichsam auch als Genussmittel definiert werden. Zucker besitzt einen physiologischen Brennwert von 16,8 kJ, was 4,0 kcal/Gramm entspricht. Zucker ist in Wasser dabei gut löslich.

Zuckerkonsum in Österreich hat sich innerhalb von 150 Jahren verzwanzigfacht

Dass Zucker in der heutigen Zeit ein immer größer werdendes Problem ist, zeigt sich beispielsweise an dem Zuckerkonsum in Österreich im Jahr 1997. Dieser betrug damals 40,4 Kilogramm pro Person und Jahr. Innerhalb der vergangenen 150 Jahre hat sich der Konsum des Zuckers in Österreich um das 20 fache erhöht. In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind die Zahlen ähnlich. Neben der Gefahr von Übergewicht, kommt es auch zu immer größeren Schwankungen des Insulinspiegels und damit zu einer erhöhten glykämischen Last. Dadurch steigt wiederum die Gefahr an einem Diabetes mellitus erkranken zu können deutlich an. Bereits im Kindesalter treten erste Problematiken im Hinblick auf ein Übermaß an Zuckergenuss auf. Neben zuckerhaltigen Getränken enthaltene aber auch natürliche Fruchtsäfte bis zu 120 Gramm Zucker je Liter Flüssigkeit. Dies entspricht der Anzahl von 40 Stücken Würfelzucker.

Zucker und Zahnkaries

Zudem wird nicht nur Übergewicht als Ursache von übermäßigen Zuckergenuss diskutiert, sondern auch die Ursache bei der Entstehung von Zahnkaries. Dabei entsteht die Zahnkaries durch das Bakterium Streptococcus mutans. Durch Diffusion gelangt der Zucker in den bakteriell vorhandenen Zahnbelag und wird dort zu Säure abgebaut. Lokal kommt es dann zur Entkalkung des Zahnschmelzes und in vielen Fällen zur Entstehung von Zahnkaries. Auch beeinflusst zuckerhaltige Nahrung die Zusammensetzung des Speichels. Auch hier kommt es zu chemischen Prozessen, die Zahnkaries hinsichtlich der Entstehung fördern können.

WHO sieht 25 Milligramm Zucker pro Tag als akzeptabel an

Erst im Jahr 2003 hat die Weltgesundheitsorganisation zusammen mit der Ernährung-und Landwirtschaftsorganisation einen Report hinsichtlich der täglich empfohlenen Menge an Zucker aufgestellt. Damals wurde die Aufnahme von maximal 10 Prozent des täglichen Nährstoffbedarfs in Form von Zucker als empfehlenswert betrachtet.

Dies entsprach der Menge von etwa 40-50 Gramm Zucker je Tag. Im Jahr 2009 stellte bereits die American Heart Association die Empfehlung auf, dass Männer pro Tag maximal 45 Gramm Zucker aufnehmen sollten und Frauen lediglich 30 Gramm. Die WHO hatten nun die Empfehlung von maximal 50 Gramm Zucker pro Tag nochmals um die Hälfte auf maximal 25 Gramm pro Tag reduziert.

Zucker für Krebswachstum mitverantwortlich?

Ebenfalls diskutiert wurde der Verdacht, dass Zucker auch als einer der Auslöser der Osteoporose zu betrachten sei. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht wissenschaftlich bestätigt. Auch der Verdacht, dass Zucker dem Körper Vitamine entziehen könne, hat sich bislang nicht bestätigt. Aktuell wird aber diskutiert, dass Zucker bei der Entstehung von Tumoren eine förderliche Wirkung ausüben könnte.

Während eine nahezu zuckerfreier Ernährung das Krebswachstum verhindern beziehungsweise reduzieren kann. Ob diese These allerdings wissenschaftlich haltbar ist, lässt sich nach den bislang vorliegenden Studien weder belegen, noch dementieren. Ein Vorurteil, dass insbesondere der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zuteil wird, ist die Tatsache, dass die Entstehung durch erhöhten Zuckerkonsum verursacht sei.

Diabetes mellitus und das Übergewicht

Die Realität sieht jedoch so aus, dass Diabetes mellitus entweder durch eine Schädigung der Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Typ I) entsteht oder aber durch genetische Faktoren, die letztlich zu einer Insulinresistenz (Typ II) führen. Insbesondere durch Übergewicht und Bewegungsmangel tritt der Typ II zutage.

Das Argument, dass übermäßiger Zuckerkonsum Diabetes auslöst, ist also zumindest indirekt dadurch bestätigt, dass besonders Übergewicht den Ausbruch des Diabetes fördern kann. Da übermäßiger Zuckerkonsum zu Übergewicht führt, ist insofern zumindest indirekt die vermehrte Zuckeraufnahme nicht für die Ursache des Diabetes verantwortlich, aber für dessen frühzeitig auftretende Symptomatik. Fest steht jedoch, dass eine gesunde ausgewogene Ernährung mit natürlichen Zuckersorten wie Fructose und Laktose deutlich gesünder sind als Nahrungsmittel mit zugesetzten Zuckeranteil.

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Ein Kommentar zu diesem Artikel bisher »

Kommentare zu »Zucker: WHO senkt täglich empfohlene Menge deutlich ab«

  1. […] hingegen 15-18 Prozent. Die Tendenz geht dabei in Richtung erneut zunehmenden Zuckerkonsum. Die WHO empfiehlt hingegen höchstens die Aufnahme von 25 Gramm Zucker pro Erwachsenen pro Tag. Dies […]

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