Schwindel beim Aufstehen: Ursache könnte HWS-Vorfall sein

4. März 2015
Schwindel verursacht durch HWS-SyndromHWS-Syndrom für Schwindel verantwortlich?

Schwindelgefühl, insbesondere beim Aufstehen kann unter Umständen durch einen HWS-Syndrom verursacht werden. Gleichsam können Personen, die unter einem HWS-Syndrom leiden, einen so genannten “zervikogenen“ Schwindel aufweisen. Betroffene schildern häufig einen so genannten Schwindel, der gekennzeichnet ist durch Gangunsicherheit und das Gefühl zu schwanken. Ein Drehschwindel indes tritt in aller Regel nicht auf.

Symptome beim HWS-Syndrom

Die Symptome des Schwindelgefühls können mehrere Stunden aber auch nur wenige Minuten andauern. Beim HWS-Syndrom treten Schmerzen im Bereich der Schulter, des Armes und des Nackens auf. Als weitere Symptome gesellen sich aber auch Kopfschmerzen, Sehstörungen, mitunter Ohrgeräusche, Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln in den Händen (so genannte Parästhesien) und oftmals auch Schwindel hinzu. Dieser tritt oftmals beim Aufstehen auf.

Wo sind die Beschwerden lokalisiert?

Die Halswirbelsäule ist so aufgebaut, dass sie aus sieben Wirbeln besteht. Dabei wird der erste Halswirbel als Atlas bezeichnet. Der zweite Halswirbel ist die Axis und der letzte Halswirbel wird als Vertebra prominens bezeichnet. Bei den Beschwerden des HWS-Syndroms ist auch das Schultereck (Acromion) vielfach beteiligt. Auch der Bereich des Oberarmkopfes (Caput humeri), der Bereich des Schulterblattes (medizinisch als Scapula bezeichnet) des Oberarmbeins (Humerus) sind vielfach von den HWS-Beschwerden betroffen.

Benommenheit und Schwindel treten oftmals zusammen auf

Bei Patienten, die ein HWS-Syndrom mit Schwindelsymptomatik aufweisen, gesellt sich oftmals auch ein Benommenheitsgefühl hinzu. Ebenfalls treten häufig Konzentrationsschwächen auf. Das Gefühl der Benommenheit ist dabei vielfach dauerhaft vorhanden und nicht von einer bestimmten Art der Atmung oder Bewegung abhängig. Das Gefühl der Benommenheit wird dabei häufig begleitet durch Kopfschmerzen. In schweren Fällen ist auch die berufliche Tätigkeit eingeschränkt. Das Gefühl der Benommenheit ist ebenfalls auch als Benommenheitsschwindel zu bezeichnen.

Fehlhaltung des Nackens beeinflusst Gleichgewichtsorgan

Vielfach liegt die Lokalisation der Beschwerden im Bereich des Hinterkopfes und hier vor allem im Bereich der kurzen Nackenmuskulatur. Weil die kurze Nackenmuskulatur für die Aufrechterhaltung des Kopfes in Bezug auf das räumliche Geschehen verantwortlich ist, sind hier kleinste Lageveränderungen beschwerderelevant. Die Rezeptoren im Bereich des oberen Nackens helfen Augenbewegungen und Kopfbewegungen zu koordinieren. Der Gleichgewichtssinn wird in diesem Bereich wesentlich geprägt.

Wenn im Bereich der kurzen Nackenmuskulatur Verspannungen auftreten, kommt es zu einer Fehlstellung des obersten Halswirbels. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sowie die Lage im Raum, die von den Augen an das Gehirn weitergegeben werden, führen letztendlich zu einem relativen Orientierungsverlust und zu dem auftretenden Schwindelgefühl.

Zervikozephales Syndrom beim HWS-Syndrom und Ohrengeräusche

Im schlimmsten Fall kann die Vertrebral-Arterie im Bereich der Querfortsätze der Halswirbel geknickt werden und dadurch eine nur noch verminderte Durchblutung des Gehirns gewährleistet werden und auch dies kann zu Schwindelgefühl führen. Bei auftretenden Kopfschmerzen ist im Bereich der Halswirbelsäule eine Verspannung beim HWS-Syndrom anzutreffen. Mediziner sprechen auch vom so genannten zervikozephalen Syndrom. Das HWS Syndrom kann aber auch gekennzeichnet sein durch Ohrgeräusche.

Die Entstehung der Ohrgeräusche wird hierbei häufig durch Muskelverspannungen im Bereich der Halswirbelsäule begünstigt. Die Ohrgeräusche sind häufig gekennzeichnet durch ein dumpfes Hörvermögen im Bereich der tiefen Töne.

Mögliche Ursachen des Schwindels

Was sind die Ursachen des Schwindels beim HWS-Syndrom genau? Das HWS-Syndrom kann grundsätzlich unterschiedliche Ursachen aufweisen. Einerseits können die aus der Wirbelsäule austretenden Nervenbahnen eingeengt werden. Beim raumfordernden Prozess wie beispielsweise einem Tumor oder im günstigeren Fall eines Bandscheibenvorfalls können nicht nur die Nerven, sondern auch die den Bereich durchfließenden Gefäße eingeengt werden. Bei Arterien, die für die Durchblutung des Gehirns notwendig sind, kann es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns kommen und dadurch zu dem typischen Benommenheit Benommenheitsgefühl und Schwindelgefühl.

Häufig findet sich beim HWS-Syndrom aber auch ein psychovegetativer Schwindel. Dieser kann beispielsweise durch Stress bedingt sein. In diesem Fall sind die Verspannungen im Bereich der Rückenmuskulatur oder im Bereich der Nackenmuskulatur häufig auch psychosomatisch bedingt. Ein HWS-Syndrom das durch ein traumatisches Erlebnis wie beispielsweise eines Verkehrsunfalls (Schleudertrauma) verursacht wurde, kann ebenfalls zu einer Schwindelsymptomatik führen.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose eines HWS-Syndroms erfolgt einerseits durch Ertasten, andererseits aber auch durch bildgebende Verfahren wie beispielsweise Röntgendiagnostik, CT beziehungsweise MRT. Insbesondere im Hinblick auf die Minderdurchblutung oder Einengung eines Gefäßstrangs empfiehlt sich das MRT.

Die Behandlung des HWS-Syndroms erfolgt symptomatisch durch Analgetika (Schmerzmedikamente). Gleichsam lässt sich mit Maßnahmen der Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik eine kausale Behandlung einleiten. Auch regelmäßige sportliche Betätigung kann dem HWS-Syndrom vorbeugen beziehungsweise die Symptomatik deutlich lindern. Krankengymnastik verhindert zudem eine chronische Fixierung der Beschwerden. Die Gabe von Analgetika sorgt für eine symptomatische Beseitigung des Schmerzes.

Aber auch die Gabe von Muskelrelaxantien kann Nackenverspannungen lindern. Daneben werden Lokalanästhetika subkutan in die Triggerpunkte durch den Arzt gegeben. So ist eine Lösung der schmerzhaften Blockaden möglich. Aber auch physikalische Therapien wie Kälteanwendungen können die Beschwerden lindern. Welche Behandlungsmethode letztlich eingesetzt wird, liegt in der Kompetenz des behandelnden Arztes.

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Ein Kommentar zu diesem Artikel bisher »

Kommentare zu »Schwindel beim Aufstehen: Ursache könnte HWS-Vorfall sein«

  1. […] wird die Operation deshalb, weil der neu transplantierte Kopf sich mit dem Rückenmark des Spenderkörpers verbinden muss und die Körperfunktionen entsprechend steuern muss. Zerstörtes […]

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