Wie viel Essig ist gesund oder schädlich?

25. Februar 2015
Essig als Ursache für Geschwüre?Essig kann Verdauungsbeschwerden lindern

Essig wird in zahlreichen Ländern als fester Bestandteil der Essenskultur verstanden. Insbesondere zum Würzen wird er sowohl beim Kochen als auch als Beigabe im Sinne der Salatsaucen häufig verwendet. Durch das Buch “Fit fürs Leben“ von Harvey und Marylin Diamond indes kommt dem Essig eine gesundheitsschädigende Funktion zu. Insbesondere soll dieser auch in der Schwangerschaft schädlich sein. Stimmt diese Aussage aber tatsächlich?

Dr. Walker: Weißer destillierter Essig schädigt die roten Blutkörperchen

Die Autoren begründen Ihre Behauptung damit, dass Essig ein Ferment sei, das letztlich die Verdauung von Kohlenhydraten verzögern würde. Statt Essig empfehlen die Autoren für die Salatsauce Zitronensaft zu verwenden. Grundsätzlich gibt es drei große Arten von Essig. Weinessig, Apfelessig und den so genannten destillierten weißen Essig. Letzterer besitzt jedoch einen hohen Azetonsäuregehalt. Auch der Ernährungswissenschaftler Dr. Norman Walker geht in seinem Buch “Frische Frucht-und Gemüsesäfte“ auf die schädliche Wirkung von weißen destillierten Essig ein. Demnach schadet diese Form des Essigs den roten Blutkörperchen, indem er sie schneller zerstört.

Zudem würden die regulären Verdauungsprozesse verzögert. Bei Weinessig verhält sich die Situation so, dass dieser etwa 3-9 Prozent Azetonsäure enthält. Die Azetonsäure steht zudem im Verdacht, Zwölffingerdarmgeschwüre zu verursachen. Auch als eine der möglichen Ursachen einer sich manifestierende Leberzirrhose wird Azetonsäure verantwortlich gemacht.

Apfelessig gesund?

Apfelessig indes besitzt Maleinsäure. Dieser Säure kommt nach Dr. Walkrer keine gesundheitsschädigende Wirkung zu, sondern es stellt eine, im Gegenteil gesundheitsfördernde Säure dar. Demnach würde sich die Maleinsäure mit den alkalischen Spurenelementen im Körper positiv ergänzen und insofern einen wertvollen Beitrag zu Gesundheit leisten. Unter anderem unterstützt die Maleinsäure nach Angaben von Dr. Walker die Blutgerinnung und fördert die Neubildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen).

Zudem kann die Maleinsäure auch dazu dienen, Arteriosklerose zu verhindern. Letztlich besitzt Apfelessig auch eine desinfizierende, da antiseptische Wirkung. Hautunreinheiten, die mit Apfelessig behandelt werden, sollen nach zahlreichen Erfahrungsberichten deutlich gelindert worden sein. Auch soll Apfelessig gegen Varizen (Krampfadern) eine positive Wirkung entfalten. Apfelessig indes besitzt eine negative Wirkung auf den Zahnschmelz.

Apfelessig und Weinessig enthalten viele gesundheitsfördernde Bestandteile

Wie verhält es sich aber mit den anderen Essigsorten? Grundsätzlich betrachtet besitzen sowohl der Apfelessig wie auch der Weinessig zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Weinessig enthält zudem auch zahlreiche Proteinverbindungen. Der Apfelessig indes beinhaltet auch Ballaststoffe und Enzyme. Die Babylonier maßen dem Essig bereits vor knapp 6000 v. Chr. eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Auch die alten Römer wussten Essig für ihre Zwecke positiv zu nutzen. So tranken sie Essigwasser zur inneren Körperreinigung.

Und der berühmte griechische Arzt Hippokrates verschrieb Essig bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen. Apfelessig besitzt wie bereits Hippokrates wusste Fähigkeiten, die die Verdauung anregen können. Unter anderen hilft er gegen Sodbrennen und Verstopfung. Auch bei der Ableistung von Diäten wird Essig zur Unterstützung einer besseren-und Kohlenhydrate Verdauung verwendet.

Essigdämpfe helfen bei Atembeschwerden

Auch besitzt Essig eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. So sorgt er für einen nahezu gleich bleibenden Blutzuckerspiegel und verhindert dadurch Blutzuckerschwankungen. Bei Diäten angewandt unterstützt er das Ausbleiben von Heißhungerattacken. Das Einatmen von Essigdämpfen kann prophylaktisch gegen Infektionen der Atemwege helfen. Apfelessig wirkt zudem hautstraffend. Auch unterstützt Apfelessig die Leistung der Nieren und wirkt allgemein belebend auf den Körper.

Der Cholesterinspiegel wird verbessert und Apfelessig besitzt auch im Hinblick auf die Vorbeugung einer Osteoporose einen positiven Effekt. Bereits Kneipp wusste Essig bei Durchblutungsstörungen sowie Einschlafstörungen und Nervosität zu benutzen. Dabei mischte er vier Teile lauwarmes Wasser mit einem Teil Essig. Er drückte Kniestrümpfe aus Baumwolle in dieses Gemisch, drückte sie aus und ließ die Strümpfe durch den Patienten anziehen und das Essig-Wasser-Gemisch rund eine Stunde einwirken. Unter anderem ist es auch möglich, mithilfe dieser Essigwickel Fieber zu senken.

Essig und seine Bedeutung in der TCM

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) besitzt Essig eine große Bedeutung. Insbesondere für den Magen und die Leber wird Essig in der TCM-Medizin verwendet. Auch Weinessig wird als Heilmittel verwendet. Bereits Kaiser Franz Joseph nutzte Essig gegen Schluckauf. Dabei nahm er einen Teelöffel Zucker mit 2-5 Tropfen Essig ein. Die entsprechende positive Wirkung wurde unter anderem an der Universitätsklinik in San Francisco (USA) durch wissenschaftliche Studien bestätigt.

Kaiserin Sissi und der Veilchenessig

Auch Kaiserin Sissi nutzte Essig in Form von Veilchenblütenessig, den Sie sowohl als Tropfen einnahm wie auch äußerlich anwendete. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde Essig auch zum Schutz vor der Pest benutzt. Unter anderen nutzten Leichenfledderer im französischen Toulouse im 17. Jahrhundert Essig zum Schutz vor der Ansteckung mit der Pest.

Die Schutzeinreibung gegen die Pest soll unter anderem neben Essig auch Wermut, Mädesüß, Wacholder, Engelwurz, Salbei, Kampfer und Rosmarin enthalten haben. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Essig in Form des so genannten destillierten weißen Essigs eine allgemein gesundheitsschädliche Wirkung aufweist, wird Essig in Form des Weinessigs und besonders in Form des Apfelessigs eine durchaus positive gesundheitliche Wirkung auf den menschlichen Körper zugestanden.

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