„Markt-Studie“: Apotheken beraten schlecht bei Erkältungskrankheiten

4. Februar 2015
Mediakment RitalinImmer mehr Deutsche nehmen leistungsfördernde Medikamente

Wie das NDR Verbraucher-und Wirtschaftsmagazin “Markt“ in seiner jüngsten Ausgabe festgestellt hat, wird man bei Erkältungskrankheiten und Halsschmerzen in zahlreichen Apotheken nur unzureichend beziehungsweise ungenügend beraten.

Neun von zehn Apotheken empfehlen nur ein Präparat

Gerade in den Wintermonaten leiden zahlreiche Menschen unter einer Erkältung. Viele Patienten suchen deshalb die Apotheke auf um sich hier mit verschreibungsfreien Medikamenten einzudecken. Wer in die Apotheke geht, um eine Beratung hinsichtlich des bestwirkenden Medikaments zu erhalten, wird jedoch vielfach enttäuscht. In der am 2. Februar um 20:15 Uhr im NDR-Fernsehen ausgestrahlten Sendung wurden von zehn aufgesuchten Apotheken in neun Apotheken lediglich Medikamente eines Pharma-Herstellers empfohlen. Die Mitarbeiter in den Apotheken fragten die Kunden dabei zudem nicht nach möglichen Unverträglichkeiten. Experten sprechen von einer regelrechten “Werbemaschinerie“ in den Apotheken.

Apotheken empfehlen fast alle Lutschtabletten

Die Reporter des NDR-Verbrauchermagazins begaben sich in insgesamt zehn Apotheken und gaben dort an über Halsschmerzen zu klagen. In allen Apotheken erhielten sie lediglich Lutschtabletten, die jeweils unterschiedliche Endpreise aufwiesen. In einer Apotheke wurden gegen Halsschmerzen Medikamente für über 30 Euro verkauft. Auffällig war zudem, dass in neun der zehn aufgesuchten Apotheken lediglich Produkte des Herstellers Dobendan empfohlen wurden. Der Pharmakologe, Professor Gerd Glaeske, Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung an der Universität Bremen beurteilt das Ergebnis des Tests deshalb auch besonders kritisch.

Wörtlich sagte Professor Glaeske: “Das zeigt, dass das Marketing von Herstellern wirkt, jenseits der Fragestellung, ob es sich um sinnvolle Arzneimittel handelt.“ Zudem kritisiert der Pharmakologe, dass die Apotheken offenbar von der Werbung der Pharma-Hersteller deutlich in ihrer Verkaufsempfehlung beeinflusst wurden. Die Ratsuchenden in den Apotheken indes möchten nicht das Mittel mit der größten Werbung sondern neben einer vernünftigen Beratung das beste wirkende Medikament, zu einem möglichst günstigen Preis. Zwischenzeitlich äußerte sich die Apothekervereinigung ABDA gegenüber dem NDR-Verbrauchermagazin dahingehend, dass diese nicht beurteilen könne, “welchen Einfluss das Marketing auf Patientennachfragen und damit in der Folge auf die Vorratshaltung von Apotheken habe.“

In sechs der zehn Apotheken wurde allein das Produkt “Dolo-Dobendan“ empfohlen. Hierbei handelt es sich um Lutschtabletten mit dem lokal anästhesierend wirkenden Wirkstoff Benzocain. Der Bremer Pharmakologe beurteilt die Empfehlung für den Wirkstoff kritisch. Insbesondere gilt es bei der Empfehlung für das Medikament genau zu erfragen, ob möglicherweise allergische Reaktionen in der Vergangenheit auf den Wirkstoff bekannt waren. Zudem muss die Apotheke zwingend darauf hinweisen, dass das Medikament unter Umständen allergische Reaktionen auslösen kann. Der Hersteller des Produktes das Unternehmen “Reckitt Benckiser teilte gegenüber “Markt“ mit, dass keine Anhaltspunkte vorliegen würden, dass bei der Anwendung von Dolo-Dobendan ein erhöhtes Allergiepotenzial auftritt.“

Alternatives Hausmittel wie Milch mit Honig hilft besser

Anstatt in der Apotheke gegen Halsschmerzen Lutschtabletten zu erwerben, können betroffene Patienten auch auf alternative Hausmittel zurückgreifen. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit Halsschmerzen mit bestimmten Teesorten zu lindern. Insbesondere Kamillentee und Salbeitee sind hier das Mittel der Wahl. Auch das von der Urgroßmutter immer wieder empfohlene Hausmittel der heißen Milch mit Honig ist in der Lage Schmerzen zu lindern und wirkt obendrein gerade vorm Schlafengehen noch als natürliche Einschlafhilfe. Insbesondere dem Wirkstoff des Honigs kommt bei der alternativen Heilbehandlung gegen Halsschmerzen und Erkältungskrankheiten allgemein eine hohe Bedeutung zu.

Bereits die alten Griechen wussten Honig und seine gesundheitsfördernde Wirkung zu schätzen. Nach der griechischen Mythologie verdanken ihre Götter dem Honig ihre Unsterblichkeit. Hippokrates kannte zudem die fiebersenkende Wirkung des Honigs und nutzte diesen auch bei der Behandlung von Wunden. Biochemiker wie Peter Molan von der Universität Waikato auf Neuseeland untersuchten die heilende Wirkung des Honigs genau. Dabei stellten sie fest, dass dieser in der Lage ist, selbst Keime wie den Staphylococcus aureus zu besiegen.

Zahlreiche Wirkstoffe in Honig enthalten

Selbst Keime die gegen Antibiotika resistent sind, lassen sich durch mit Honig getränkte Wundauflagen heilen. Die Biochemiker gehen davon aus, dass die heilende antimikrobielle Wirkung auf den im Honig enthaltenen Enzymen beruht. Zudem ist im Honig Wasserstoffperoxid enthalten. Auch dieser tötet Keime ab. Gegen Halsschmerzen hilft entweder eine heiße Milch mit Honig oder ein heißer Tee mit Honig.

Selbst gegen Krebs sollen die im Honig enthaltenen Flavonoide eine Wirkung aufweisen. Zahlreiche Wissenschaftler untersuchen in Bezug auf mögliche gegen Krebs helfende Inhaltsstoffe ebenfalls den Honig. Zudem gelten als besonders wertvolle Stoffe die im Honig enthalten sind die Flavonoide Pinocembrin und die Kaffeesäure. Beide wirken entzündungshemmend. Statt also in der Apotheke teure Lutschtabletten zu konsumieren, sollte in vielen Fällen lieber auf das von Mutter empfohlene Hausmittel Honig zurückgegriffen werden.

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