Freeletics: Neuer Sport-Kult mit Gefahr für die Gesundheit

14. September 2014
Freeletics- Risiko für Untrainierte

Freeletics wird immer beliebter. Innerhalb kürzester Zeit werden Muskeln aufgebaut. Gesundheitsrisiko trifft insbesondere Untrainierte.

Freeletics: Neuer Sport-Kult mit Gefahr für die Gesundheit. Der neue Kult-Sport „Freeletics“ ermöglicht innerhalb kürzester Zeit einen deutlichen Muskelaufbau. Unter anderem gibt es eine spezielle Smartphone-App und zahlreiche Vorher-Nachher-Fotos im Internet.

150 Burpees bringen Körper an seine Grenzen

Innerhalb kürzester Zeit werden so Muskeln aufgebaut. Unter anderem sieht „Freeletics“ vor, dass 150 Liegestütze mit anschließendem Strecksprung vollzogen werden. Nicht nur die Tatsache, dass dies extrem anstrengend ist, sondern auch dem Muskel-Skelettsystem ziemlich viel abverlangt, spricht für ein Gesundheitsrisiko dieser neuen Fitness-Sportart. Zahlreiche Freiwillige quälen sich hingegen für einen Zeitraum von über 15 Wochen mit genau dieser Übung, die sich im Fachjargon „Burpees“ nennt.

Zudem werden zahlreiche Sit-ups und weitere Sportübungen mit deutlich mehr Wiederholung als bei jedem anderen Fitness/Krafttraining, im Sinne eines gesunden Workouts durchgeführt. Der Reiz von „Freeletics“ liegt darin, innerhalb kürzester Zeit einen schlaffen Körper in einen gestählten Körper zu verwandeln. Der neueste Fitness-Hit wurde zusammen mit Kölner Sportwissenschaftlern entwickelt.

Insbesondere die Fitness-App oder die Trainingshinweise, die sich mit der App abrufen lassen, ermöglichen Übungen, die auch ohne realen Fitness-Trainer durchgeführt werden können. Das Problem hierbei liegt einerseits in der zum Teil unsauberen Ausführung der einzelnen Übungen, zum anderen darin, dass sich Anfänger zu Beginn zu viel zumuten und dadurch nicht nur dem Muskel-Skelettsystem schaden, sondern auch dem Herz-Kreislauf-System.

Wer die kostenlose Basic-Version der App ausprobiert, der muss insgesamt 50 Burpees (50 Liegestützen mit anschließendem Strecksprung, 50-Sit-ups und 50 Kniebeugen vollziehen. Wer dies geschafft hat, muss schließlich den Durchgang mit 40 Wiederholungen, anschließend mit 30 Wiederholungen, dann mit 20 Wiederholungen und schlussendlich mit zehn Wiederholungen durchführen. Insgesamt umfasst das Programm also 150 Burpees, Kniebeugen (Squats) und Sit-ups.

Unsaubere Ausführung der Übungen sorgt für Gesundheitsgefahren

Neben dem alleinigen Durchhaltewillen, ist es auch wichtig, stets eine bessere Zeit zu erreichen. Sportwissenschaftler wie beispielsweise Markus de Marees von der Deutschen Sporthochschule in Köln warnen davor, dass „Freeletics“ aufgrund der Häufigkeit der einzelnen Übungen die Gefahr besitzen, unsaubere Bewegungen auszuführen, die dann letztlich das Verletzungsrisiko ansteigen lassen. Während sich die Muskulatur recht schnell an neue Belastungen anpassen kann, dauert dies bei Knorpel und Bändern deutlich länger. Weltweit scheint die neue Trend-Sportart allerdings zunehmend neue Fans zu gewinnen.

Untrainierte sollten sich zuvor von Hausarzt durchchecken lassen

Nach offiziellen Angaben sind weltweit bereits über eine Million Nutzer der Freeletics-App verzeichnet. Fraglich ist allerdings, ob sämtliche Besitzer der Fitness-App auch tatsächlich die Übung durchführen, oder diese App lediglich aus Neugier und zum Ausprobieren käuflich erworben haben. Experten raten insbesondere Untrainierten, vor der Aufnahme eines Fitnessprogramms, sich vom Hausarzt durchchecken zu lassen und anschließend in einem Fitnesscenter von einem erfahrenen Fitness-Trainer beraten zu lassen und ein individuelles Trainingsprogramm erstellen zu lassen.

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