Zahnärzte sollen mehr mit Pflegeheimen zusammenarbeiten

9. September 2014
Zahnarzt soll in Pflegeheimen Hausbesuche machen

Zahnärzte sollen Hausbesuche in Pflegeheimen machen. Dadurch soll eine bessere zahnärztliche Versorgung von Heimbewohnern ermöglicht werden.

Zahnärzte sollen mehr mit Pflegeheimen zusammenarbeiten. Weil älteren Menschen immer mehr an Zahnerkrankung leiden, soll es nun für die älteren Menschen eine bessere zahnärztliche Versorgung auch in Pflegeheimen geben.

KZBV: Viele ältere Menschen haben noch natürliche Zähne

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) berichtete jüngst, dass Erkrankungen wie Karies und Parodontitis bei älteren Pflegebedürftigen deutlich zugenommen hätten. Dies liegt daran, weil ältere Menschen im Gegensatz zu früher häufig noch natürliche Zähne besitzen. Weil diese sich jedoch nicht um die Zahnerkrankungen alleine kümmern können oder nicht zum Zahnarzt gehen können, entstehen zunehmend zahnärztliche Problematiken. Insbesondere Personen mit Behinderungen sowie ältere Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf weisen damit höhere Risiken für Zahnerkrankungen auf als Personen ohne diese Problematiken.

Mund-und Zahnhygiene wird vielfach bei Pflege nur unzureichend beachtet

Durch Vorbeugung und eine bessere Zahnpflege können die Betroffenen jedoch im Sinne einer besseren Zahngesundheit unterstützt werden. Zudem ist es seit einiger Zeit möglich, dass Zahnärzte Hausbesuche machen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hofft daher, dass es zukünftig Verträge zwischen Zahnärzten und Pflegeheimen gibt, die die zahngesundheitliche Situation von Pflegeheimbewohnern deutlich verbessern kann. Als Vermittler sollen dabei die regionalen kassenzahnärztlichen Vereinigungen dienen.

Weil zudem der Pflegenotstand immer mehr um sich greift, wird die Zahngesundheit bei der Grundpflege oftmals nur unzureichend berücksichtigt. Auch wenn dies entgegen der eigentlichen pflegerischen Versorgung ausgerichtet ist, lässt sich gerade im Hinblick auf eine ausreichende Zahnpflege seitens des Pflegepersonals Zeit sparen. Dadurch sind Pflegebedürftige zusätzlichen Risiken hinsichtlich der Zahngesundheit ausgesetzt.

Schwerwiegende Krankheiten als Folge einer unzureichenden Mundhygiene

Weil eine unzureichende Zahn-und Mundhygiene jedoch nicht nur den Zahn und das Zahnfleisch an sich betreffen, sondern auch andere organische Erkrankungen auslösen können, bis hin zu schwerwiegenden lebensbedrohlichen Krankheiten, ist es enorm wichtig, dass Pflegebedürftigen in Pflegeheimen die Möglichkeit eröffnet wird, sich regelmäßig von einem Zahnarzt untersuchen zu lassen. Auch sollten Heimbetreiber darauf hinwirken, dass das Pflegepersonal trotz zunehmenden Personalmangel die Zahn-und Mundhygiene bei Pflegebedürftigen nicht vernachlässigt.

Zahnärzte sollen mit Pflegeheimen Versorgungsverträge abschließen

Letztlich erspart die Anfertigung von Zahnprothesen nicht nur den Krankenkassen viel Geld, sondern die Betroffenen fühlen sich auch besser. Insbesondere den Krankenkassen dürfte daran gelegen sein, lieber Geld für die Prävention von Zahnerkrankungen im Pflegeheim auszugeben, als teure Zahnbehandlungen mit Zahnersatzleistungen erstatten zu müssen.

Letztlich werden auch weitere Gesundheitsrisiken durch eine regelmäßige zahnärztliche Prävention in Pflegeheimen deutlich vermindert. Insofern sollten möglichst viele Pflegeheime mit Zahnärzten entsprechende Verträge über eine Versorgung der Heimbewohner eingehen können. Wann dies der Fall sein wird und in welchem Maße die Verträge mit den Pflegeheimen gestaltet werden, darf gespannt abgewartet werden. Letztlich dürfte die Kalkulation für präventive Maßnahmen bei der Zahn-und Mundpflege jedoch einen deutlichen gesundheitspolitischen Effekt im positiven Sinne bedeuten.

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