Forschung: Tierversuche ohne Qual

4. Februar 2014

In der Forschung ist es wichtig, dass in Zukunft auch so wenig Leid wie möglich ausgelöst werden soll. Qualen bei Tieren sollen vermieden werden. Daher suchten Wissenschaftler nunmehr nach Alternativen zu Tierversuchen. 

Zudem wird in diesem Zusammenhang kritisiert, dass bei solchen Testverfahren häufig nur der Geldbeutel entscheidet.

Jedes Jahr müssen Millionen von Tieren unter wissenschaftlichen Experimenten leiden. Lebende Versuchsobjekte und Hightech-Forschung sind der Grund. Daher werden jetzt Wege und Mittel gesucht, die dabei helfen, dass Qualen zumindest vermindert werden können.

Tierversuche: Deutschland von der USA weit entfernt

Neidisch schauen die deutschen Forscher nach Amerika. Die Forscher der USA arbeiten mit sogenannten „Organs on a chip“. Hierbei handelt es sich um Organe im Miniformat. Vor allem Marcel Leist gehört zu den Neidern, der Toxikologe, der Deutschlands einzigen Lehrstuhl für Alternativen zu Tierversuchen innehat.

In Konstanz versucht er mit seinem Forscherteam eine Möglichkeit zu entwickeln, Tests an Tieren entweder vermeiden oder sie zumindest möglichst schmerz- und stressfrei vornehmen zu können. In erste Linie soll das Leiden also gravierend vermindert werden.

Bereitgestellte Mittel für Forschung fehlen

In dem letzten Jahr wurden in den USA die Forschungen mit rund 200 Millionen Dollar (knapp 150 Millionen Euro) gefördert. Die EU dagegen stellte in den letzten 15 Jahren gerade einmal rund 150 Millionen Euro der Forschung zur Verfügung.

So wurde in der Universität Harvard probiert, eine Art Mini-Lunge herzustellen, die selbstständig atmen kann. In Zukunft sollen Leber, Niere, Herz, Lunge ebenfalls entwickelt und miteinander verbunden werden. Ein sogenannter Mensch auf Chip.

In Deutschland dagegen beherzigt man das In-Vitro-Verfahren. Dabei werden Substanzen in der Petrischale an menschlichen oder tierischen Zellen getestet.

Tierversuche in Deutschland immer noch stark vertreten

Gemäß Angaben des Landesagrarministeriums wurden allein im Südwesten mehr als 544 000 Wirbeltiere in Tierversuchen verwendet oder für wissenschaftliche Zwecke getötet. Allein bundesweit waren es in etwa 3,1 Millionen Tiere. Darunter mehr als 2,2 Millionen Mäuse, außerdem 418 000 Ratten, 166 000 Fische und 97 000 Kaninchen.

Vor allem aus ethischen Gründen sei dies aus Sicht der Tierschützer nicht mehr zu vertreten. Denn, auch Tiere haben ein Recht auf artgemäßes Leben und Unversehrtheit, das geachtet werden muss.

Auch medizinische Gründe weisen diese Tests mittlerweile ab. Denn die Krankheiten des Menschen können durch Tierexperimente weder in ihren wirklichen Ursachen erforscht noch geheilt werden.

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