Fünf mal Obst und Gemüse am Tag – oder doch besser mehr?

3. April 2014
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Seit Jahren empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu verzehren. Nur dann ist man optimal mit den wichtigsten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Eine aktuelle Studie rüttelt an dem Dogma und plädiert auf größere Mengen.

„5 am Tag“ heißt die Kampagne der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde und sich die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zum Ziel gesetzt hat. Fünf Portionen bedeuten grob fünf Handvoll, zwei Äpfel, eine Banane, ein Stück Gurke und eine Paprika, zum Beispiel. Laut aktueller Untersuchungen aus Großbritannien ist diese Empfehlung jedoch nicht mehr zeitgemäß: Eine ausgewogene Ernährung sollte mindestens sieben Portionen Obst und Gemüse täglich umfassen, um das Risiko für Krebs und Herzkreislauferkrankungen effektiv zu senken.

„5 am Tag“-Kapagne weltweit bekannt

Nicht nur Deutschland, auch andere Ländern pflegen die „5 am Tag“ Kampagne. So auch Großbritannien, wo eine aktuelle Studie momentan für Aufruhr sorgt und die bisher geltende Empfehlung in Frage stellt. Das Team um Oyinlola Oyebode vom University College London berichtet im Fachmagazin „Journal of Epidemiology and Community Health“, das s nicht fünf, sondern mindestens  sieben vitaminreiche Mahlzeiten pro Tag zu raten sind. Nur dann kann dem Körper der größtmögliche gesundheitliche Schutz geboten werden.

Frischer Apfel oder doch lieber Fruchtzwerg?

Insgesamt befragten die Wissenschaftler 65.200 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren und sammelten Daten zum Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI) und sozioökonomischen Status. Weiterhin machen die Probanden Angaben zu ihrer körperlicher Aktivität, der Häufigkeit von Tabak-und Alkoholkonsum sowie der Art und Menge von Obst und Gemüse, dass sie am Tag vor der Befragung  verzehrt hatten.

Nach der Erfassung der Daten wurden die Studienteilnehmer über einen Zeitraum von acht Jahren begleitet und beobachtet wie viele von ihnen an Zivilisationskrankheiten wie Krebs oder Herzkreislaufleiden erkrankten und sogar verstarben. Die Ergebnisse liefern einen klaren Trend: Je geringer der Verzehr an frischem Obst und Gemüse, desto höher die Sterberate. Während in der Gruppe mit dem niedrigsten Verzehr 8,2 Prozent der Studienteilnehmer verstarben, lag der Anteil in der Gruppe mit den höchsten Verzehr bei genau der Hälfte mit 4,1 Prozent.

Sieben Portionen pro Tag verringern Erkrankungsrisiko um 42 Prozent

Bei der statistischen Auswertung wurden mögliche Störfaktoren beachtet und mit einberechnet. So beispielsweise die Tatsache, dass Menschen mit einem geringen Gemüsekonsum oft  einen generell einen ungesünderen Lebensstil pflegen als Vitaminliebhaber, sprich mehr Alkohol trinken und häufiger rauchen. Insgesamt kommen die Studienautoren zu dem Schluss, dass Probanden, die mindestens sieben Portionen verzehrten im Vergleich zu jenen, die weiniger konsumierten, ein um 42 Prozent verringertes Risiko haben an einer der genannten Krankheiten zu erleiden.

Dosenobst schadet mehr als es Gutes tut

Ausnahme: Obstwaren, die tiefgefroren sind oder aus Dosen stammen. Ihr Konsum ging in der Studie mit einer leicht erhöhten Sterblichkeitsrate einher. Chris Kypridemos, Wissenschaftler der University of Liverpool, erklärt: „Das könnte den schädlichen Einfluss von zugesetztem Zucker in Dosenfrüchten widerspiegeln“. Dosenfrüchte, Trockenobst, Smoothies und Fruchtsäfte enthalten große Mengen an Zucker, der wiederum schon lange als Risikofaktor für Zivilisationskrankheiten wie Krebs oder Diabetes bekannt ist.

Das abschließende Studienfazit: Trotz schnelllebigen und gestresstem Alltag sollten die Menschen versuchen mindestens fünf, im Idealfall sieben Mal täglich in die Obst- und Gemüseschale zu greifen. Und Frischobst heißt die Devise, Finger weg von zuckerbeladenen Smoothies, Fruchtschnitten oder Dosenfrüchten.

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