Eine ‚Pille‘ soll Herzinfarkt am Morgen verhindern

1. April 2014
larvierte DepressionDepression im Alter oft unerkannt

Herzinfarkte und Schlaganfälle treten besonders häufig in den Morgenstunden auf.

Auf einem Kongress erklärten Pharmazeuten, dass neue Arzneimittel morgendliche Herzinfarkte verhindern könnten.

Die ‚Pille‘ gegen Herzinfarkt diene zur Verhütung lebensbedrohlicher Zwischenfälle.

Besonders hohes Herzinfarktrisiko in den Morgenstunden

Herzinfarkte und Schlaganfälle treten besonders häufig in den Morgenstunden auf. Auf dem DIA-Europa-Jahreskongress der Pharmaindustrie, der in Wien stattfand, erklärten Pharmazeuten, dass neue Anwendungsformen von Arzneimitteln lebensbedrohliche Zwischenfälle verhindern könnten. Die ‚Pille‘ gegen Herzinfarkt setze Wirkstoffe besonders effizient frei.

Es sei möglich, Arzneimittel als Tabletten, Kapseln oder Pillen herzustellen, die Wirkstoffe gezielt freisetzen und zwar dann, wenn sie benötigt würden.

Howard Stevens, emeritierter Professor der Universität Glasgow in Schottland erklärte, dass die höchsten Todesraten durch Herzinfarkte und Schlaganfälle in den ersten drei Stunden nach Erwachen auftreten.

Morgendliches Herzinfarktrisiko durch ansteigenden Blutdruck

Das höhere Herzinfarktrisiko am Morgen sei darauf zurückzuführen, dass der Blutdruck in den Morgenstunden stark ansteigt und mit ihm die Herzfrequenz. In der Nacht hingegen sei der Blutdruck eher niedrig.

Die meisten Medikamente, zur Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz, setzen ihre Wirkstoffe kurze Zeit nach der Einnahme frei. Kaum jemand würde jedoch nachts aufstehen, um seine Medikamente einzunehmen. Dabei werde die Wirkung zwischen sieben und elf Uhr morgens benötigt. Zu diesem Zeitpunkt stehen die meisten Menschen auf.

‚Herzinfarkt-Pille‘ kann vor dem Schlafengehen eingenommen werden

Stevens hat mit seinem Forscherteam Tabletten entwickelt, die ihre Wirkstoffe vier Stunden nach der Einnahme freisetzen. Dabei spiele der Säurestatus im Magen-Darmtrakt keine Rolle. Auch sei es nicht relevant, ob zuvor etwas gegessen wurde oder wie die Intensität der Darmperistaltik sei.

So sei es möglich, die Medikamente vor dem Schlafengehen einzunehmen. Die Wirkung der ‚Herzinfarkt-Pille‘ würde sich dennoch erst in den Morgenstunden entfalten.

Herzerkrankungen und Schlaganfälle sind die häufigste Todesursache

Laut der Weltgesundheitsorganisation oder kurz WHO sind Herzerkrankungen und Schlaganfälle bereits seit vielen Jahren weltweit die häufigste Todesursache. Jedes Jahr werden Millionen Menschen Opfer von Herzerkrankungen oder Schlaganfällen. 80 Prozent der Todesfälle ließen sich laut der World Heart Federation durch eine gesunde Lebensweise verhindern.

Impfstoffe per Inhalator verabreichen

Nicht nur im Bereich der Herzmedikamente hat sich viel getan, sondern auch bei den Impfstoffen. Viele müssen nicht mehr durch Injektion verabreicht werden, sondern können einfach in Form von Trockenpulver-Inhalatoren angewendet werden.

Mit dem sogenannten ‚The Twincer‘ wurde ein Einweg-Inhalator entwickelt, der Influenza-Vakzine in Trockenform enthält , die sich inhalieren lassen.

Impfstoff wirkt gezielt

Henderik Frijlink von der Abteilung für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Groningen, erklärte, dass der Impfstoff-Inhalator den Vorteil biete, dass der Impfstoff genau dort wirke, wo er gebraucht werde, nämlich in den Bronchien, in denen sich die Influenza-Viren ausbreiten. Darüber hinaus schütze diese Applikationsform gleichzeitig gegen mehr Virus-Varianten.

Dritte und Vierte Welt profitieren von Impfstoff-Inhalator

Der Impfstoff-Inhalator sei auch für Staaten der Dritten und Vierten Welt geeignet. Oftmals können dort Lagerbedingungen nicht eingehalten werden. Der Inhalator bietet jedoch den Vorteil, dass er keiner Kühlung bedarf. Zudem könne er auch ohne medizinisch ausgebildetes Personal zum Einsatz kommen.

Kenny Simmen, Arzneimittelentwickler bei einem US-Konzern, freut sich über Patienten-freundliche Applikationsformen. Er sagte, dass man noch so ’schöne‘ Wirkstoffmoleküle erfinden könne, wenn die Patienten sie nicht einnehmen, werde man in klinischen Studien und im Alltag Schiffbruch erleiden.

 

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