Senken Hülsenfrüchte das Diabetes-Risiko?

1. April 2014
DiabetesDiabetes und Zuckeraufnahme

Grün, rot, braun oder schwarz, die Welt der Hülsenfrüchte ist so bunt und vielfältig wie ihre Funktionen auf den menschlichen Körper. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung testen nun, ob die farbenfrohen Erbsen und Linsen auch vor Diabetes schützen können.

Viel gesundes Essen, ordentlich satt werden und ganz nebenbei den Körper vor Diabetes schützen. All das und noch mehr können Hülsenfrüchte, wie deutsche Wissenschaftler mit einer aktuellen Studie zeigen.

LeguAN-Studie: Beeinflussen Hülsenfrüchte den Blutzucker?

Unter Leitung des Hamburger Lebensmittelchemikers Sascha Rohn untersuchen derzeit Forscher der Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE) in Potsdam Rehbrücke  den Effekt von Leguminosen wie Erbsen, Linsen oder Bohnen auf den Blutzuckerspiegel. Unter dem  Titel „LeguAN“ (Leguminosen- Anbau und Nutzung) gehen die Wissenschaflter der Fragestellung nach, ob sich das Eiweiß aus Leguminosen anders und sogar besser auf den Blutzuckerspiegel auswirkt als tierisches Eiweiß. Insgesamt sind landesweit acht Einrichtungen an der Planung, Durchführung und Auswertung der Studie beteiligt, gefördert wird die Arbeit vom Bundesinstitut für Ernährung und Landwirtschaft (BEL) und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Diabetesparameter HbA1c gesenkt

Das DifE verkündet, dass bereits Vorstudien gezeigt haben, dass der regelmäßige Verzehr von Hülsenfrüchten den Insulin-und Blutzuckerspiegel positive beeinflusst. Der HbA1c-Wert, der den Anteil des gezuckerten roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Verhältnis zum Gesamthämoglobin angibt, ist ein wichtiger Parameter für die Messung des Blutzuckerspiegels. Bei Typ 2-Diabetikern ist der HbA1c-Wert im Verhältnis zu gesunden Menschen erhöht. Eine leguminosenreiche Ernährungsweise senkt den Wert nachweislich.

Positive Wirkungen auch für Nicht-Diabetiker

Der regelmäßige Verzehr von Hülsenfrüchten hat nicht nur für Diabetiker positive Auswirkungen. Denn ein geringer HbA1c-Wert bewirkt eine geringere Insulinempfindlichkeit. „Es gibt klare Hinweise, dass niedrige Glukose- und Insulinspiegel das Risiko von Entzündungen deutlich verringern“, sagt Andreas Pfeiffer vom DifE. „Auch das Risiko von Gefäßerkrankungen sinkt deutlich.“ Und all das nicht nur für Diabetiker, sondern ebenfalls bei gesunden Menschen.

Mit Erbsenprotein angereicherte Lebensmittel eigens für Studie hergestellt

Auch wenn Hülsenfrüchte gut schmecken und, wie nicht zuletzt die Studie zeigt, auch sehr gesund sind, erfahren sie dennoch eine Ablehnung vieler Verbraucher. Dies ist vor allem auf ihren Einfluss auf die Verdauung und die häufig entstehende Flatulenz zurückzuführen. Um das gesundheitsförderliche Protein der Leguminosen perspektivisch trotzdem in den kulinarischen Alltag der Verbraucher einbauen zu können, hat das DifE in Kooperation mit dem Institut für Getreideverarbeitung (IGV) verschiedene mit Erbsenproteinen angereicherte Nahrungsmittel, wie Nudeln, Backwaren oder Getränke entwickelt, die in der Studie verwendet werden.

Vorläufige Ergebnisse: Blutzucker positiv beeinflusst

Die Teilnehmer der Studie leiden alle an Typ-2-Diabetes und sind zwischen 18 und 80 Jahre alt. Per Zufallsprinzip wurden sie jeweils einer von zwei Gruppen zugeordnet. Während die erste Gruppe  sechs Wochen lang die genannten mit Erbsenprotein angereicherten Lebensmittel verzehrten, erhielten die Teilnehmer der zweiten Gruppe mit Milcheiweis angereicherte Nahrungsmittel.

Bis Ende des Jahres soll die Studie endgültig abgeschlossen sein, doch auch die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen. In beiden Gruppen sank der HbA1c-Wert, jedoch sind deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen erkennbar. Noch wissen die Forscher allerdings nicht, welche Probanden das sind, denn die Studie ist verblindet. „Wir sind gespannt, ob sich der vermutete Vorteil des Erbsenproteins nachweisen lässt“, sagt Andreas Pfeiffer. Bis Ende des Studie wird sich hoffentlich zeigen, ob es sich wahrhaftig um die Gruppe mit dem Erbsenprotein handelt und sich somit die These der Wissenschaftler bestätigen lässt.

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