Moderater Kaffeekonsum senkt Risiko für Herzinfarkt

28. März 2014
Kaffee sorgt für StressKann Kaffee krank machen?

Kaffee wurde aufgrund seines hohen Koffeingehalts vielfach als gesundheitsschädlich verschrien. Aktuelle Studien belegen nun das Gegenteil: Ein moderater Konsum mindert das Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Wirkung von Kaffee auf die Gesundheit ist seit vielen Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Einerseits gilt er durch das enthaltende Koffein als Suchtfaktor, andererseits enthält das Heißgetränk auch herzgesunde Antioxidantien.

Koffein ab 100 mg täglich Gefahr einer Abhängigkeit

Fakt ist: Kaffee enthält Koffein, die meist genutzte stimulierende und stimmungsverändernde Substanz weltweit. In Europa konsumiert ein Erwachsener im Schnitt täglich 200 mg Koffein, wobei die skandinavischen Länder mit einem Konsum von 400 mg ganz vorne liegen. Studien haben gezeigt, dass 30 mg oder weniger bereits die Stimmung und Konzentrationsfähigkeit beeinflussen und schon 100 mg täglich zur physischen Abhängigkeit führen können, aber natürlich nicht müssen. 100 mg entsprechen je nach Bohnen-und Zubereitungsart einer bis zwei Tassen. Der durchschnittliche Koffeingehalt pro Tasse (150 ml) beträgt 85 mg bei gemahlenem Kaffee, 60 mg bei Pulverkaffee und 3 mg bei entkoffeiniertem Kaffee.

Warum Kaffee wach macht

Circa 30 bis 45 Minuten nach der Einnahme gelangt das Koffein in den Blutkreislauf und wird zum Gehirn transportiert, wo es seine anregende Wirkung entfalten kann. Die Nervenzellen verbrauchen Energie, wobei der Botenstoff Adenosin als Nebenprodukt entsteht. Dieses bindet an spezielle Rezeptoren und signalisiert den Nervenzellen, langsamer zu arbeiten, um das Gehirn vor „Überanstrengung“ zu schützen. Koffein ist in seiner Struktur dem Adenosin sehr ähnlich und dockt an den selben Rezeptoren an, aktiviert diese aber nicht. Adenosin kann nun nicht mehr binden, und das Gehirn wird daueraktiv im Wachzustand gehalten.

Harvard Studie: Kaffee nicht schädlich

Wer zu viel Kaffee trinkt, muss als negative Folge mit Schlaflosigkeit und, Herzrasen oder im Extremfall sogar mit Herzrhythmusstörungen rechnen. Und genau deshalb glaubte man bisher, das Kaffee negative Auswirkungen auf das Herz hat. Aktuelle Studien aus  Singapur und den USA wenden nun das Blatt und zeigen, das Kaffee sogar eher gesund als schädlich für das Herz ist. Insgesamt wurden in einer sogenannten Metanuntersuchung die Ergebnisse von 36 Studien zu dem Thema zusammengetragen und analysiert. Es zeigt sich, dass Menschen, die zwischen drei und fünf Tassen Kaffee am Tag trinken, seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden, als solche, die entweder gar keinen Kaffee trinken, oder deutlich mehr als fünf Tassen.

Wie die Studienautoren im Fachmagazin „Circulation“ schreiben, umfassten ihre Untersuchungen insgesamt 1,3 Millionen Probanden, 48.000 von ihnen erkrankten im Beobachtungszeitraum einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wie groß die Bedeutung des Kaffeekonsums als schützender Faktor für die Herzgesundheit ist, lässt sich trotz der hohen Probandenzahl nicht abschließend sagen. Denn es könnte möglich sein, dass Menschen, die durch erhöhten Blutdruck und andere Faktoren bereits ein erhöhtes Infarktrisiko haben, eher die Finger vom Kaffee lassen. Das könnte zumindest zum Teil erklären, warum Menschen, die keinen Kaffee trinken, häufiger ein Herzleiden entwickeln.

Kaffee: Die Dosis macht das Gift

Anschließend lässt sich sagen, dass es nicht eine allein geltende Empfehlung für den Kaffeekonsum gibt, jedoch bergen die genannten Untersuchungen aus Harvard gute Nachrichten für Liebhaber der duftenden Heißgetränks.

„Die meisten Menschen brauchen sich also keine Sorgen zu machen, lediglich etwa in der Schwangerschaft und bei schwer einstellbarem hohen Blutdruck ist Zurückhaltung angebracht“, sagt auch Hans-Christoph Diener vom Uniklinikum Essen in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Denn wie bei allem gilt auch für Kaffee: Die Dosis macht das Gift. Drei bis fünf Tassen des Muntermachers schaden weder Körper noch Geist, und können sogar förderlich für die Gesundheit sein, wenn man den aktuellen Studien Glauben schenkt.

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