Bluttest zur Alzheimer-Früherkennung entwickelt

11. März 2014
larvierte DepressionDepression im Alter oft unerkannt

Wissenschaftlern aus den USA ist es gelungen einen Bluttest zu entwickeln, der mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit eine spätere Demenzerkrankung voraussagt. Die Früherkennung bietet Betroffenen und Ärzten die Möglichkeit sich rechtzeitig auf die Krankheit vorzubereiten und über Therapieansätze nachzudenken.

Demenzerkrankungen sind zu einer regelrechten globalen Epidemie geworden. Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Alzheimer, einer degenerativen Nervenerkrankungen, die zur Zerstörung des Nervengewebes im Gehirn führt und in der Demenz endet. Forscher der Georgetown University in Washington haben nun einen Bluttest entwickelt, der es ermöglicht mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit vorauszusagen, ob eine Person innerhalb der nächsten drei Jahre an Alzheimer erkrankt.

Blutfette überschreiten gefährliche Werte

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im medizinischen Fachmagazin „Nature Medicine“. Der entwickelte Test sucht im Blut nach bestimmten Lipid-Strukturen, die Hinweise über eine zukünftig eintretende Alzheimer-Erkrankung liefern. Ab einer bestimmten Konzentration dieser Blutfette kommt es zu neurologische Verfallserscheinungen. Das Überschreiten einer bestimmten Konzentrationsgrenze dient somit als sicherer Indikator für eine Erkrankung in den nächsten Jahren. Die Früherkennung ermöglicht es Betroffenen sich auf die Erkrankung vorzubereiten und rechtzeitig Therapiemaßnahmen zu beginnen.

Alzheimer bisher nicht heilbar

Bisher gibt es keine wirksame Therapie zur Behandlung von Alzheimer, nur das Verlangsamen der Symptome ist durch medikamentöse Behandlung möglich. Wie Studien-Co Autor Howard Federoff vom Georgetown University Medical Center berichtet, kann der Bluttest bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen. „Das vorklinische Stadium der Krankheit stellt ein Zeitfenster für ein frühzeitiges krankheitsänderndes Eingreifen dar.“

Fettstrukturen Hinweis auf zerstörte Gehirnzellen

Für die Entwicklung ihres Bluttests  untersuchten die Wissenschaftler das Blut von 525 gesunden, mindestens 70 Jahre alten Probanden. Drei Jahre später hatten 53 der Studienteilnehmer Alzheimer entwickelt oder wiesen erste kognitive Störungen auf. Ihr Blut wurde erneut genau untersucht und es zeigt sich, dass sie im Vergleich zu den gesunden Teilnehmern veränderte Blutfette hatten. Genau erklären können die Forscher den Zusammenhang noch nicht, sie vermuten jedoch, dass es sich bei den Fettstrukturen um Stoffwechselprodukte handelt, die beim Abbau von Gehirnzellen entstehen.

Bluttest noch in Forschungsphase

Bevor der Test auf den Markt kommt, ist noch eine Reihe klinischer Studien notwendig, um die Genauigkeit und Sicherheit zu garantieren. Hierbei soll ebenfalls untersucht werden, ob eine mögliche Erkrankung nicht schon in jungen Jahren getestet werden könnte.

Derzeit leiden über 35 Millionen Menschen an Alzheimer. Die Krankheit wird in der Regel diagnostiziert, indem nach Eintreten erster Symptome andere Formen der Demenz ausgeschlossen werden. Bisher ist Alzheimer bisher unheilbar. Der entwickelte Früherkennungstest kann eine rechtzeitige Lebensumstellung und medikamentöse Therapie ermöglichen. Der Krankheitsverlauf kann somit so gut wie möglich hinausgezögert werden und die Betroffenen so lang wie möglich ein normales Leben führen.

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