GSK744: Spritze schützt vor HIV-Infektion

10. März 2014
Grippe, Influenza-ImpfungGrippe, Influenza-Impfung

Eine sogenannte Depotspritze soll vor einer HIV-Infektion schützen.

Menschen mit erhöhtem HIV-Ansteckungsrisiko könnten von der Spritze zur Präexpositions-Prophylaxe profitieren.

Präventionsmaßnahme funktioniert

Dass die Präexpositions-Prophylaxe, also die vorbeugende Gabe von Medikamenten, funktioniert, konnte anhand einer Studie mit Affen belegt werden.

Nachdem Makaken das Medikament erhielten, waren sie mehrere Wochen lang vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus geschützt.

Für wen ist die Präexpositions-Prophylaxe geeignet?

Die Depotspritze soll Menschen, die ein erhöhtes HIV-Ansteckungsrisiko haben, wie zum Beispiel Partner von HIV-Patienten, vor einer HIV-Infektion schützen.

Im Fachmagazin ‚Science‘ erklärte David Ho von der Rockefeller University in New York, dass die Betroffenen, nach Verabreichung der Spritze, täglich Tabletten einnehmen müssten. Werden die Tabletten nicht täglich, sondern nur unregelmäßig eingenommen, wirke sich dies negativ auf die Wirksamkeit der Präexpositions-Prophylaxe aus.

Die Depotspritze könne den Schutz gegen eine HIV-Infektion deutlich verbessern, solange es noch keine HIV-Impfung gebe, hieß es weiter.

Wirkstoff GSK744 schützt vor HIV-Infektion

HO und sein Team testeten für die Depotspritze den Wirkstoff GSK744. Dieser gleicht dem, der auch im HIV-Medikament Dolutegravir enthalten ist. Das Medikament wurde erst vor kurzem zugelassen.

Der Wirkstoff hemmt ein Virusenzym. Dadurch wird verhindert, dass sich der HIV-Erreger vermehren kann.

GSK744 wurde zunächst an acht Makaken getestet. Den Affen wurde das Mittel zweimal im Abstand von vier Wochen verabreicht. Im Anschluss erhielten sie einmal wöchentlich eine Dosis SHIV. Hierbei handelt es sich um einen Virustypen, der sowohl Teile des HI-Virus als auch des Affenerregers SIV enthält.

Es konnte keine Infektion nachgewiesen werden

Nachdem die Affen den Wirkstoff GSK744 erhielten und im Anschluss SHIV verabreicht bekamen, konnte bei keinem der Makaken eine HIV-Infektion nachgewiesen werden. Die Tiere aus der Kontrollgruppe, die den Wirkstoff nicht bekamen, waren alle mit dem Virus infiziert.

Wie lange wirkt die Depotspritze

Neun Wochen nach der Verabreichung von GSK744 war bei keinem Tier eine HIV-Infektion nachweisbar.

In einem zweiten Experiment zeigte sich, dass die Depotspritze nach etwa zehn Wochen nicht mehr wirkt. Nach dieser Zeit sank die Konzentration des Wirkstoffs im Plasma. Affen bauen den Wirkstoff sehr schnell ab, weshalb die Forscher davon ausgehen, dass die Präexpositions-Prophylaxe beim Menschen länger anhält.

Um einen wirksamen Schutz beim Menschen gewährleisten zu können, reiche es aus, wenn der Schutz gegen HIV drei Monate lang halte, schrieben die Forscher in ihrem Bericht.

Wirkstoff muss immer wieder verabreicht werden

Robert Grant, Virologe von der University of California in San Francisco, war zwar nicht an der Studie beteiligt, ist aber dennoch höchst erfreut über die Ergebnisse der Studie. Es sei das Aufregendste, was er derzeit von HIV-Präventionsstudien kenne.

Allerdings hat Grant Bedenken bezüglich des Wirkstoffs, da dieser immer wieder neu verabreicht werden muss und das ein Leben lang.

Grant will den HIV-Virus genetisch verändern

Der Virologe arbeitet an einer Gentherapie. Hierbei soll das HIV-Virus genetisch so verändert werden, dass es selbst ständig einen Antikörper gegen HIV bildet. Das Ziel sei es, eine Spritze zu verabreichen, das Virus genetisch zu verändern und das sei es, erklärte Grant.

Forscher arbeiten immer noch daran, ein Impfmittel zu entwickeln, das gegen eine HIV-Infektion schützen soll. Bisher blieben alle Versuche erfolglos. Der Wirkstoff GSK744 könnte nun einen Meilenstein in der Präexpositions-Prophylaxe setzen.

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