Erkältung während Schwangerschaft erhöht Asthma-Risiko des Kindes

7. März 2014
Baby mit MutterDie Pille danach verhindert eine ungewollte Schwnagerschaft

Werdende Mütter, die während der Schwangerschaft unter Schnupfen, Husten oder Heiserkeit leiden, erhöhen das Risiko, dass ihr Kind in den ersten Lebensjahren an Asthma erkrankt. Das zeigt eine aktuelle Studie aus München.

 

Winterzeit ist Erkältungszeit. Besonders Schwangere Frauen sollten Vorsicht wahren und von erkrankten Personen wenn möglich fern halten. Denn eine Erkältung während der Schwangerschaft erhöht das Risiko des Nachwuchs an Asthma zu erkranken. Das haben nun deutsche Forscher aus München nachgewiesen.

 

 

2,3-fach erhöhtes Asthma-Risiko für Kinder

Über fünf Jahre wurden an der Haunerschen Kinderklinik in München 513 schwangere Frauen und ihre 525 Kinder beobachtet. Die Mütter machten Angaben zu möglichen Erkrankungen während der Schwangerschaft. Ihre Kinder wurden drei und zwölf Monate nach der Geburt und danach regelmäßig jedes Jahr  in der Klinik untersucht. Die erhobenen Daten wurden nun epidemiologisch ausgewertet und liefern überraschende Ergebnisse. Hat die Mutter während der Schwangerschaft mit mindestens drei Erkältungen zu kämpfen, verdoppelt sich das Risiko des Kindes später an Asthma zu erkranken. Eine Reihe von anderen möglichen Gründen für eine erhöhte Anfälligkeit wie Allergien und Rauchen der Eltern, ältere Geschwister oder Tiere im Haushalt konnten die Forscher ausschließen.

Kind erkrankt in 75 Prozent der Fälle, wenn beide Eltern vorbelastet

Wie die Wissenschaftler um Studienleiterin Erika von Mutius in der medizinischen Fachzeitschrift Annals of Allergy, Asthma and Immunology schreiben, haben zwei Drittel der Kinder ein Elternteil, das selbst an Asthma oder Heuschnupfen leitet. Die Wahrscheinlichkeit, das ein Kind mit einem vorbelasteten Elternteil erkrankt, lag bei 30 bis 40 Prozent, bei zwei vorbelasteten Elternteilen sogar bei 75 Prozent. Litt weder Mutter noch Vater an einer der genannten Krankheiten erkrankte das Kind  „nur“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent.

Neuodermitisrisiko ebenfalls erhöht

Neben Asthma und Heuschnupfen wurde auch auf Neurodermitis, einer chronischen nicht ansteckenden Hauterkrankung, getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bei Müttern mit Neurodermitis, bei denen während der Schwangerschaft akute Symptome auftraten, die Wahrscheinlichkeit für frühe Anzeichen der gleichen Krankheit beim Kind sowie für allergischen Schnupfen bis zum Alter von fünf Jahren deutlich erhöht.

Grippeimpfung für Mütter empfehlenswert?

Die Wissenschaftler erklären die Studienergebnisse dadurch, dass neben einer erblichen Komponente auch die Bedingungen im Mutterleid  für den frühen Krankheitseintritt verantwortlich ist. Wie jedoch bei jeder Beobachtungsstudie ist nicht ganz ausschließen, dass andere Einflussfaktoren übersehen wurden und eventuell nicht in die Auswertung mit eingingen. Dass die inzwischen oft empfohlene Grippeimpfung eine allergische Reaktion des Kindes verhindern könnte, kann noch nicht geschlussfolgert werden. Um diese Aussage zu treffen,  sind noch weitere Studien notwendig.

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