Ältere Väter = kranke Kinder?

3. März 2014
Ewiges Leben und JungbrunnenEwiges Leben bald möglich?

Laut einer schwedisch-amerikanischen Studie bekommen ältere Väter häufiger kranke Kinder.

Demzufolge tickt die biologische Uhr nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern, mit zunehmendem Alter immer schneller.

Alter des Mannes wirkt sich auf die Kindesgesundheit aus

Bisher machten sich immer nur die Frauen Sorgen darüber, ob sie im höheren Alter noch ein gesundes Kind zur Welt bringen können.

Laut einer Studie sollten sich darüber aber auch die Männer Gedanken machen. Sie sollten ihren Kinderwunsch ebenfalls nicht zu weit nach hinten anstellen. Das Alter des Mannes hat eine große Bedeutung für die Gesundheit des Kindes.

Psychische Störungen bei Kindern älterer Väter

Väter, die ihre Kinder im Alter zwischen 20 und 24 Jahren zeugen, haben ein geringes Risiko, dass ihr Kind eine psychische Störung entwickelt. Bei Männern im Alter von 45 Jahren soll dieses Risiko deutlich steigen.

Dies zeigt eine Studie vom Karolinska Institutes in Stockholm und der Indiana University in den USA.

2,6 Millionen Schweden wurden untersucht

Im Rahmen der Studie wurden 2,6 Millionen Menschen in Schweden, die im Zeitraum zwischen 1973 und 2001 geboren wurden, untersucht.

Das Alter der Väter wurde hierbei mit dem zentralen schwedischen Diagnose-Register für psychische Erkrankungen verglichen. Die Studienergebnisse wurden im amerikanischen Fachmagazin ‚JAMA Psychiatry‘ veröffentlicht.

25-mal höheres Risiko

Das Risiko, dass das Kind im späteren Leben eine bipolare Störung entwickelt, ist laut der Studie mit zunehmendem Alter des Vaters erhöht. Bei älteren Vätern soll das Risiko bis zu 25-mal höher sein als bei Vätern im Alter zwischen 20 und 24 Jahren.

Das Risiko für Autismus ist etwa 3,5-mal höher. Dass das Kind an einer Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder kurz ADS erkrankt, ist etwa 13-mal höher. Psychotische Erkrankungen treten bei Kindern mit älterem Vater etwa zweimal häufiger auf.

Erhöhtes Selbstmordrisiko

Die Forscher konnten anhand der Studie ein höheres Risiko für Selbstmord und Drogenmissbrauch erkennen, hieß es.

Das Risiko steige proportional mit dem Alter des Mannes an. Paul Lichtenstein, Professor für genetische Epidemiologie am Karolinska Institut erklärte der schwedischen Zeitung ‚Dagens Nyheter‘, dass frühere Forschungsergebnisse ähnliche Resultate ergaben. Die aktuelle Studie habe jedoch gezeigt, dass die genannten Risiken durch ältere Väter viel größer seien, als bisher angenommen wurde.

Das Alter spielt eine grundlegende Rolle

Ursprünglich wurde angenommen, dass nicht das Alter des Vaters eine Rolle für die Kindesgesundheit spiele, sondern andere Faktoren Einfluss auf die Gesundheit des Kindes nehmen. So hieß es, dass ältere Väter sich anders benehmen als junge Väter.

Die Forscher der neuen Studie betonten, dass sie diese Störfaktoren erstmals ausführlich näher mit einbezogen haben.

Die sozioökonomischen Faktoren, die sich bei jüngeren und älteren Vätern deutlich unterscheiden, spielen demnach nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sei das Alter des Mannes. Lichtenstein erklärte, dass sich die Forscher sicher seien, dass es um das Alter des Vaters gehe und nicht um die Begleiterscheinungen des Alters.

Verminderte Spermaqualität im Alter

Die gesundheitlichen Risiken für das Kind, sind auf das Alter des Mannes zurückzuführen, da das Sperma mit zunehmendem Alter in der Qualität abnimmt. Durch die bereits fortgeschrittene Lebenszeit komme es zu mehr Mutationen im Sperma. Umweltgifte können dazu ebenfalls beitragen.

Allerdings müsse betont werden, dass Kinder mit älteren Vätern nicht automatisch mehr gesundheitliche Probleme haben müssen, meinte Lichtenstein.

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